In Wangen, einem malerischen Ort in Bayern, entsteht zurzeit ein spannendes Bauprojekt: drei Doppelhäuser in innovativer Lehmbauweise. Das erste Gebäude hat kürzlich sein Richtfest gefeiert, und die Vorfreude ist groß. Der Baustoff Lehm ist nicht nur traditionell, sondern auch umweltfreundlich und bietet einige Vorteile, die ihn in der heutigen Zeit besonders attraktiv machen. Laut Merkur hat der verwendete Lehmstein eine Stärke von 30 cm und ein Gewicht von etwa 40 kg, was zu seiner hervorragenden Wärmespeicherfähigkeit beiträgt. Wärme wird tagsüber aufgenommen und kann nachts wieder abgegeben werden – einfach clever! Das sorgt für ein angenehmes Raumklima und senkt die Heizkosten.

Ein weiteres Highlight ist der Außenseitige Kälteschutz, der durch eine 24 cm dicke Holzfaserplatte gewährleistet wird. Damit wird nicht nur die Energieeffizienz erhöht, sondern auch der Komfort der künftigen Bewohner erhöht. Übrigens, das Wohnhaus entspricht dem höchsten energetischen Förderstandard und ist als KfW 40 EE Gebäude QNG zertifiziert.

Lehm als nachhaltiger Baustoff

Die neuen Normen, die durch die im Juni 2023 veröffentlichte DIN 18940 definiert wurden, setzen Maßstäbe für die Verwendung von Lehmmauerwerksbaustoffen. Diese Norm berücksichtigt die spezifischen Eigenschaften des Materials und erweitert den Anwendungsbereich erheblich. Bis zu 13 Meter hohe Gebäude sind nun möglich, und das Einsatzspektrum für tragendes Lehmsteinmauerwerk hat sich enorm vergrößert, wie Baubiologie berichtet.

Besonders stolz sind die Verantwortlichen darauf, dass Lehm nicht nur zu 100 % recyclebar ist, sondern auch in der Herstellung CO₂-arm ist. Der Lehm wird bei geringen Temperaturen getrocknet, im Gegensatz zu herkömmlichen Ziegeln, die gebrannt werden müssen. Das macht ihn zu einer umweltfreundlichen Wahl, gerade in Zeiten, in denen die Baubranche über ein Drittel der globalen CO2-Emissionen verursacht.

  • Lehmwände regulieren die Raumfeuchtigkeit und können Klimatechnik einsparen.
  • Nahezu 70 % aller in Deutschland errichteten Wohngebäude in den letzten Jahren fanden in Mauerwerksbauweise statt.
  • Lehmsteine bieten geringe Treibhauspotentiale im Vergleich zu anderen Mauerwerksarten.
  • Die Verwendung von Lehmsteinmauerwerk trägt zur Reduktion grauer Emissionen bei, die auch über den Lebenszyklus von Gebäuden berücksichtigt werden müssen.

Die Doppelhäuser, deren Preis bei rund 1,4 Millionen Euro pro Einheit liegt, sind somit nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein Schritt in eine nachhaltige Zukunft. Durch den Innenverputz mit Lehm wird zudem die Feuchtigkeit reguliert, was den Wohnkomfort zusätzlich steigert.

Während die ersten Doppelhaushälfte bereits fertiggestellt ist und die anderen beiden folgen, zeigen dieses Projekt und die neuen Normen in der Lehmbauweise, dass Lehm wieder hoch im Kurs steht. Die Mischung aus traditionellem Material und modernem Bauen könnte nicht nur die Bauindustrie revolutionieren, sondern auch einen Beitrag zu den Klimazielen leisten.