Die Zukunft des Heimatmuseums Starnberger See scheint gesichert zu sein, nachdem der „Freundeskreis des Museums Starnberger See“ eine bemerkenswerte Wende vollzogen hat. Nach Jahren geringer Aktivität stand das Museum Ende 2023 vor der drohenden Schließung, was im Stadtrat von Starnberg hitzige Diskussionen auslöste.

Unter der Führung der Vorsitzenden Annette von Czettritz und Martina Neubauer sammelten engagierte Mitglieder des Freundeskreises sage und schreibe 2000 Unterschriften, um ein Zeichen für den Erhalt des Museums zu setzen. Ihre Mühen trugen Früchte: Die Mitgliederzahl des Freundeskreises hat sich auf etwa 300 verdreifacht, seit dessen Gründung im Jahr 2014 durch die damalige Museumsleiterin Frauke Oelbauer. Der neue Museumsleiter Benjamin Tillig, der 2018 die Leitung übernahm, hat ein frisches Konzept für die Sammlungspflege und Vermittlung initiiert. Das Museum entwickelt sich mehr und mehr zu einem offenen Begegnungsort, der die lokale Geschichte lebendig hält und bewahrt, wie Süddeutsche Zeitung berichtet.

Künstlerische Höhepunkte und neue Ausstellungen

Mit großen Schritten geht es in Richtung einer neuen Dauerausstellung über König Ludwig II., die ab Mai 2026 die letzten Tage des Königs thematisieren wird. Diese Ausstellung, mit dem Titel „Ludwig II. – Die letzten Tage des Königs“, wird die ereignisreiche Zeit zwischen der Entmündigung des Monarchen und seinem mysteriösen Tod im Starnberger See nachzeichnen. Merkur hebt hervor, dass diese Schau dazu anvisiert, neue Besucherrekorde aufzustellen und vor allem jüngere Generationen für die Geschichte Ludwigs II. zu begeistern.

Dank der engagierten Unterstützung des Freundeskreises, der eine Sockelfinanzierung für die Ausstellung sichert, konnten 2023 zahlreiche Spendengelder eingeworben werden: Allein 25.000 Euro kamen von einer kunstinteressierten Familie, während ein ehemaliger Starnberger impulsiv einen fünfstelligen Betrag nach einem Fernsehbeitrag über das Museum spendete. Sogar eine monumentale Skulptur des Künstler Benedikt Hipp wurde für das Museum erworben.

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Finanzielle und infrastrukturelle Herausforderungen

Die finanzielle Situation des Museums bleibt dennoch angespannt. Im Jahr 2022 betrugen die Einnahmen nur 36.000 Euro, während die Ausgaben mit 710.000 Euro die Kosten erheblich überstiegen. Um diese Situation zu bereinigen, hat der Freundeskreis ein Konzept zur finanziellen Sicherung erstellt, das mittlerweile vom Stadtrat einstimmig beschlossen wurde. Das Thema Energiekosten spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, weshalb eine Photovoltaikanlage mit 27 kWp Leistung geplant ist, um die Stromkosten von jährlich rund 70.000 Euro zu senken.

Bei den Besucherzahlen sieht es dagegen erfreulicher aus: Über 5.800 Gäste haben bis dato das Museum besucht, was auf rund 11.700 Besucher bis zum Jahresende hindeutet. Eine Sonderausstellung über Oskar Maria Graf, die bis September 2024 läuft, hat bereits Rekordzahlen erzielt und dazu beigetragen, dass das Museum wieder in der Zukunft denken kann.

Perspektiven und Ausblicke

Da die Besucherzahlen steigen, wird von Seiten des Freundeskreises und den Museumsverantwortlichen zudem mehr Personal und längere Öffnungszeiten gefordert, um den Anstieg der Gäste zu bewältigen. Unterdessen bleibt das Museum ein städtisches Haus und wird nicht wieder von Ehrenamtlichen geleitet. Eine Erhöhung der Eintrittspreise steht ebenfalls zur Diskussion: Die regulären Preise sollen von fünf auf acht Euro steigen, während ermäßigte Tickets von 3,50 auf fünf Euro angehoben werden. Es bleibt jedoch der Ein-Euro-Tarif am ersten Sonntag im Monat erhalten, sehr zur Freude der vielen treuen Besucher.

Insgesamt steht das Heimatmuseum Starnberger See vor einer spannenden Entwicklung, die historische Bedeutung und zeitgemäße Konzepte miteinander verbindet. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen.

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