Ein schwerer Verkehrsunfall hat sich heute auf der Staatsstraße 2069 bei Gauting/Unterbrunn ereignet. Um kurz nach 10.00 Uhr scherte ein 47-jähriger Mann aus Gilching überraschend auf die Gegenspur aus. Dies führte zu einer frontalen Kollision mit einem Kieslaster, der von einem 48-jährigen Lkw-Fahrer gesteuert wurde. Der Lkw-Fahrer versuchte, durch ein Ausweichmanöver nach rechts einen Zusammenstoß zu vermeiden, was jedoch misslang.
Im Zuge des Aufpralls wurde der VW-Touran des Gilchingers auf die eigene Fahrspur zurückgeschleudert und blieb dort liegen. Der Lkw kam durch das Ausweichmanöver von der Fahrbahn ab und kollidierte mit einem aufgeschütteten Erdwall. Der 47-Jährige erlitt schwerste Verletzungen und musste ins Starnberger Krankenhaus eingeliefert werden. Auch der Lkw-Fahrer wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, nachdem er mehrere Prellungen erlitten hatte.
Verkehrsbehinderungen und erheblicher Sachschaden
Die Staatsstraße 2069 wurde von der freiwilligen Feuerwehr Unterbrunn während der Unfallaufnahme gesperrt. Der Verkehr wurde über die Ausfahrten von Unterbrunn umgeleitet, was die Verkehrsbehinderungen zumindest etwas eindämmen konnte. Der wirtschaftliche Totalschaden der beiden Fahrzeuge beläuft sich auf etwa 50.000 Euro; am Auflieger des Kieslasters entstand kein Sachschaden. Die Bergung des Lkw-Gespanns wird sich als aufwendig herausstellen und erfordert den Einsatz eines Krans.
In Anbetracht der steigenden Unfallzahlen in Deutschland, wo 2024 rund 2,5 Millionen Straßenverkehrsunfälle registriert wurden, ist dieser Vorfall kein Einzelfall. Während die Zahl der Unfälle mit Personenschäden im Vergleich zu früheren Jahren auf einem konstanten Niveau bleibt, stieg die Anzahl der Unfälle mit Sachschäden. Diese Entwicklungen zeigen die Herausforderungen auf, mit denen die Verkehrssicherheit konfrontiert ist. Statista berichtet, dass menschliche Fehler häufige Ursachen für solche Unfälle sind.
Der Weg zur „Vision Zero“
Die EU-Verkehrsminister verfolgen mit der „Vision Zero“ das Ziel, bis 2050 keine Verkehrstoten mehr zu verzeichnen. Dieses ehrgeizige Vorhaben könnte durch Maßnahmen in Gesetzgebung, Verkehrserziehung und die Verbesserung der Straßeninfrastruktur unterstützt werden. Die Statistik zur Verkehrssicherheit, die von Destatis erfasst wird, spielt hierzu eine wesentliche Rolle. Sie liefert wichtige Daten zur Unfalllage und hilft, die Strukturen des Unfallgeschehens besser zu verstehen.
Die Staatsanwaltschaft München II hat bereits ein unfallanalytisches Gutachten zur Klärung der genauen Unfallursache angeordnet. Bis zur Fertigstellung dieses Gutachtens bleibt die Staatsstraße gesperrt, was weitere Verkehrsbeeinträchtigungen zur Folge haben dürfte. Die Umstände dieses Unfalls verdeutlichen einmal mehr, dass in der Verkehrssicherheit ständig Handlungsbedarf besteht.