In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es auf der A93 in der Nähe von Schwandorf zu einem Verkehrsunfall, der auf den gefürchteten Sekundenschlaf zurückgeführt wird. Am 28. Dezember 2025, um 2:20 Uhr, war ein 28-jähriger Fahrer aus dem Landkreis Regensburg am Steuer. Er verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidierte mit dem Auto einer 28-jährigen Frau aus dem Landkreis Schwandorf. Der Aufprall war so heftig, dass deren Kleinwagen gegen ein Verkehrszeichen geschleudert wurde.
Wie bereits von Mittelbayerische berichtet, musste die Feuerwehr Schwarzenfeld zur Unfallstelle kommen, um die Verkehrssicherung und die Reinigung vorzunehmen. Bei dem Vorfall zog sich die Beifahrerin des Unfallverursachers leichte Verletzungen zu. Der Gesamtschaden wird auf etwa 33.000 Euro geschätzt. Der Albertan wirft nun dem 28-Jährigen Gefährdung des Straßenverkehrs vor und ein Strafverfahren wurde bereits eingeleitet.
Die Dunkelziffer der Sekundenschlaf-Unfälle
Die Problematik des Sekundenschlafs ist kein Einzelfall. Im Juli 2025 gab es in der Region bereits mehrere ähnliche Unfälle, die ebenfalls durch Müdigkeit verursacht wurden. Laut Oberpfalz Aktuell passierten allein am 26. und 27. Juli drei Unfälle unter den Zuständigkeitsbereich der Autobahnpolizeistation Schwandorf. Diese Vorfälle verdeutlichen, dass Müdigkeit eine ernstzunehmende Gefahr im Straßenverkehr darstellt. Und das sind nur die gemeldeten Fälle; viele Unfälle bleiben unentdeckt und können nicht rechtzeitig verhindert werden.
Eine Studie des ADAC zeigt, dass übermüdete Fahrer oft bei hohen Geschwindigkeiten die Kontrolle verlieren. Im Jahr 2023 ereigneten sich in Deutschland 1902 Verkehrsunfälle mit Personenschaden aufgrund von Übermüdung. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass solche Müdigkeitssymptome häufig nicht richtig erkannt werden. ADAC weist darauf hin, dass nach 17 Stunden ohne Schlaf das Reaktionsvermögen eines Fahrers dem von jemandem mit einem Blutalkoholgehalt von 0,5 Promille gleicht – und nach 22 Stunden sogar 1,0 Promille erreicht. Ein echter Warnschuss für alle Autofahrer!
Präventionsmöglichkeiten im Straßenverkehr
Was kann also unternommen werden, um solche gefährlichen Situationen zu vermeiden? Der ADAC bietet einige praktische Tipps an: Regelmäßige Pausen, ein ausgeruhter Start in die Fahrt und das Beachten der eigenen Müdigkeit sind entscheidend. Zudem sind viele Neufahrzeuge mittlerweile mit Müdigkeitswarnsystemen ausgestattet, die auf Anzeichen von Erschöpfung hinweisen.
Die EU plant sogar, dass ab 2024 alle neuen Autos, Lkw und Busse mit Aufmerksamkeits- und Müdigkeitswarnungen ausgerüstet sein müssen. Solche Systeme könnten maßgeblich dazu beitragen, die Anzahl der Unfälle, die durch Sekundenschlaf ausgelöst werden, zu reduzieren. Durch gesunde Fahrpraktiken und technologische Unterstützung könnte es gelingen, gefährliche Situationen wie die auf der A93 zu vermeiden.