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In den letzten Tagen hat die Region Neumarkt-St. Veit mit einem ernsthaften Gesundheitsproblem zu kämpfen. Der Verdacht auf die Newcastle-Krankheit, eine hochansteckende Viruskrankheit, die vor allem Hühner und Puten betrifft, hat bereits zur Tötung von 30.000 Masthähnchen geführt. Diese Seuche hat nicht nur Auswirkungen auf die Tierhaltung, sondern könnte auch weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen. Laut Berichten von Innsalzach24 wurden Verdachtsfälle auch in den Landkreisen Erding, Mühldorf und Rottal/Inn gemeldet. Das Landratsamt Rottal/Inn bereitet sich bereits auf mögliche Maßnahmen vor.

Die Situation spitzt sich zu, da Proben aus einem Betrieb in Gangkofen zur Untersuchung an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit geschickt wurden. Um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, wurde eine Überwachungszone eingerichtet, die auch Teile des Landkreises Rottal/Inn umfasst. Besonders betroffen ist die Firma Obermeier in Niederbergkirchen, die rund 6000 Legehühner hält. Aufgrund des Verdachts dürfen dort keine Eier ausgeliefert werden, was wirtschaftliche Einbußen in Höhe von zwei Millionen Euro zur Folge hat. Die Firma versucht jedoch, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten.

Die Newcastle-Krankheit und ihre Gefahren

Die Newcastle-Krankheit, auch bekannt als Newcastle Disease (ND), ist in Deutschland anzeigepflichtig und wird durch die Geflügelpest-Verordnung bekämpft. Diese hochansteckende Viruskrankheit kann neben Hühnern auch andere Vogelarten wie Enten, Gänse und Tauben infizieren. Symptome treten in der Regel 3 bis 6 Tage nach der Infektion auf und können von drastischem Rückgang der Legeleistung bis hin zu hohen Todesraten reichen. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Personen- und Fahrzeugverkehr, was bedeutet, dass nicht nur Wildvögel, sondern auch Menschen und Transportmittel eine Rolle spielen können. Ein gutes Biosicherheitskonzept ist entscheidend, um Geflügelbestände zu schützen.

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In Deutschland gilt eine Impfpflicht gegen Newcastle Disease, die auch für Hobbyhaltungen relevant ist. Trotz dieser Pflicht sind in den letzten Tagen zwei Fälle in kommerziellen Geflügelhaltungen aufgetreten. Dr. Thorsten Arnold, ein Geflügelfachtierarzt, weist darauf hin, dass die Rückkehr von Newcastle-Krankheit nur eine Frage der Zeit war, insbesondere da in Polen in den letzten zwei Jahren viele Fälle registriert wurden. Es wird vermutet, dass die Krankheit über private Haltungen und den Personenverkehr nach Deutschland gelangte. Die Impfung von Legehennen hält laut Hersteller nur ein Jahr, was zu einer Impflücke führen kann, und viele Hobby-Geflügelhalter sind oft weniger informiert über die Impfpflicht – ein Risiko, das nicht unterschätzt werden sollte.

Maßnahmen und Ausblick

Die Firma Obermeier hat bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Junghennen als Küken zu impfen und nachzuimpfen. Der verwendete Impfstoff sollte gegen alle bekannten Virusstämme wirksam sein. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob weitere Maßnahmen nötig sind, um die Ausbreitung der Newcastle-Krankheit einzudämmen. Bei Verdacht auf die Krankheit sollten Geflügelhalter umgehend das örtliche Veterinäramt informieren, damit schnellstmöglich Proben zur Untersuchung entnommen werden können.

Die Newcastle-Krankheit ist für Verbraucher nicht gefährlich, jedoch verursacht sie erhebliche Schäden bei erkrankten Tieren und hat massive wirtschaftliche Auswirkungen auf die Tierhalter, einschließlich der Tötung betroffener Bestände und großräumiger Sperren. Daher ist es von größter Bedeutung, dass die betroffenen Betriebe alle erforderlichen Maßnahmen einhalten, um die Ausbreitung dieser Krankheit zu verhindern und die Gesundheit der Geflügelbestände zu sichern.