Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu, und es gibt keine erfreulichen Nachrichten für die Gastronomie im Landkreis Roth und Schwabach. Zahlreiche Restaurants und Gaststätten haben aus unterschiedlichen Gründen ihre Pforten für immer geschlossen. Laut den Recherchen von nn.de waren insbesondere fehlende Nachfolger und finanzielle Schieflagen ausschlaggebende Faktoren für das Wirtshaussterben in der Region. Diese traurige Entwicklung zeigt sich nicht nur lokal, sondern zieht sich durch ganz Bayern.

Ein besonders augenfälliges Beispiel ist das traditionsreiche Wirtshaus „Zum Weinberg“ in Ansbach, das seit 150 Jahren in Familienbesitz ist, aber ebenfalls schließen muss. Der 81-jährige Wirt Willy Meyer sieht sich trotz voller Gaststube mit erheblichen finanziellen Problemen konfrontiert. Die steigenden Kosten, wie z. B. eine Erhöhung der Energiepreise um 22 % und der Lebensmittelpreise um 15,6 %, setzen dem Lokal zu. Auch die Personalamangelproblematik macht den Gastronomen zu schaffen, wie br.de berichtet.

Die Gründe für die Schließungen

Die Schließungen in der Gastronomie sind nicht nur ein schwächer werdender Trend in ländlichen Gebieten, sondern auch eine Herausforderung, die viele Betriebe in Deutschland betrifft. Im Jahr 2023 hat jedes zehnte Gastronomieunternehmen aufgegeben, was laut tagesschau.de insgesamt etwa 48.000 Betriebe seit 2020 umfasst. Über 6.100 Insolvenzanträge wurden allein in diesem Jahr gestellt. Experten wie Patrik-Ludwig Hantzsch von Creditreform weisen darauf hin, dass staatliche Unterstützungsmaßnahmen während der Corona-Pandemie viele Schließungen hinausgezögert haben.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, wie ernst die Lage ist: Die Zahl der Schließungen in 2023 lag bei 14.000 – eine erschreckende Zunahme nach einigen ruhigeren Jahren. Besonders betroffen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern und junge Betriebe, die erst seit maximal fünf Jahren am Markt sind. Die Anhebung der Mehrwertsteuer auf 19 % für Gastronomieleistungen ab Januar 2024 trägt zusätzlich zu den Schwierigkeiten der Branche bei. Und so wird erwartet, dass sich die Anzahl der insolvenzgefährdeten Gastronomiebetriebe in Deutschland bis Ende 2024 auf mehr als 15.000 erhöhen könnte.

Die Auswirkungen auf die Gemeinschaft

Die Schließungen der Gasthäuser haben nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Folgen. In vielen kleinen Gemeinden, wie in Geratskirchen, wird der Verlust der Gaststätte als gravierend empfunden. Hier versorgt der Wirt Anton Förstl die Dorfgemeinschaft mit selbst gekochten Spezialitäten, um den Zusammenhalt zu stärken. An anderen Orten, wie in Giggenhausen, wurde die Schließung des „Metzgerwirt“ durch eine Genossenschaft abgewendet, die 2,5 Millionen Euro investierte, um einen neuerlichen Wendepunkt für die Gastronomie zu schaffen.

Die vielen Herausforderungen, vor denen die Gastronomie steht, zeichnen ein düsteres Bild, aber auch ein Bild von Widerstandsfähigkeit und Gemeinschaftsgeist. Während große Städte wie München noch relativen Erfolg verzeichnen, sieht sich das ländliche Bayern mit einer Welle von Schließungen konfrontiert. Der Fortbestand der Traditionen und Gemeinschaftsplätze in diesen Regionen verlangt nach innovativen Lösungsansätzen und einer neuen Denkweise, um die Gastronomie langfristig am Leben zu halten.