Rosenheim sieht sich in der Nacht auf Sonntag, den 19. April 2026, mit einer unerwarteten Überflutung der Äußeren Münchener Straße konfrontiert. Gegen 1 Uhr nachts gingen bei der Polizei mehrere Notrufe ein, die von Wasser auf der Straße berichteten. Vor Ort stellte sich heraus, dass der Asphalt an der Einmündung „Am Gries“ aufgeplatzt war und Wasser aus den aufgebrochenen Stellen quoll, was die vierspurige Fahrbahn stark überflutete. Die Stadtwerke Rosenheim und die Feuerwehr wurden unverzüglich informiert, und der Gefahrenbereich wurde für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Die Sperrung, die laut bayerninfo.de gegen 9 Uhr teilweise noch aktiv war, betrifft den Abschnitt zwischen der Kreuzung „Am Gries“ und der Kreuzung am Brückenberg/Klepperstraße. Die genaue Dauer der Sperrung ist derzeit noch unklar. Erste Vermutungen deuten darauf hin, dass eine geplatzte Hauptwasserleitung die Ursache für die Überflutung war. Zu Beginn des Vorfalls gab es nur geringe Verkehrsbehinderungen, jedoch nahm der Verkehr im Laufe des Vormittags zu, insbesondere durch den anstehenden City-Lauf, was Autofahrer dazu veranlasst, mit weiteren Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Starkregen als wiederkehrende Bedrohung

Der Vorfall in Rosenheim ist leider kein Einzelfall. Heftige Regenfälle haben in Deutschland in den letzten Jahren zunehmend zu katastrophalen Zuständen geführt. Auch in Rosenheim wird diesem Problem mit der Erstellung von Starkregenhinweiskarten begegnet, die zur Risikoeinschätzung für die Bürger dienen. Die Stadtentwässerung hat das Stadtgebiet in hydraulisch abgegrenzte Teilgebiete unterteilt, die sukzessive bearbeitet werden. Diese Karten, die auf einem Leitfaden des Landesamts für Umwelt Bayern basieren, sind online abrufbar und bieten wichtige Informationen über die Gefahren von Sturzfluten.

Die Szenarien der Karten sind alarmierend: Bei einem außergewöhnlichen Szenario sind Niederschläge von etwa 60 mm in einer Stunde möglich, während bei extremen Szenarien sogar bis zu 100 mm in einer Stunde auftreten können. Auch wenn öffentliche Kanalnetze für Niederschläge, die alle zwei bis fünf Jahre vorkommen, bemessen sind, liegt der Überflutungsschutz in der Verantwortung jedes einzelnen Bürgers. Die Stadtentwässerung bietet daher einen Flyer mit einer Checkliste zur Gefährdungseinschätzung und Verhaltenshinweisen während und nach Starkregen an.

Vorbeugende Maßnahmen und Schutzkonzepte

In Anbetracht der aktuellen Situation ist es ratsam, sich frühzeitig mit möglichen Schutzmaßnahmen vertraut zu machen. Die Stadtentwässerung empfiehlt sowohl für Neubauten als auch für Bestandsgebäude entsprechende Objektschutzmaßnahmen. Ein Video des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe informiert über effektiven Gebäudeschutz bei Starkregen. Ähnliche Initiativen finden auch in anderen Städten statt, wie beispielsweise in Dortmund, wo Starkregengefahrenkarten zur Identifikation gefährdeter Bereiche bereitgestellt werden.

Mit diesen Maßnahmen und Informationen wird der Bevölkerung in Rosenheim und darüber hinaus ein Werkzeug an die Hand gegeben, um besser auf die Herausforderungen, die durch Starkregen und Überflutungen entstehen, reagieren zu können. Es bleibt zu hoffen, dass solche Ereignisse in Zukunft besser vorhergesagt und abgewehrt werden können.