In Rosenheim ist ein neuer Trinkwasserbrunnen eingeweiht worden, der am Friedhof installiert wurde. Dies ist Teil einer Initiative der Stadt, die mittlerweile insgesamt 21 Trinkwasserbrunnen verteilt hat, um den Bürgerinnen und Bürgern an heißen Tagen Erfrischung zu bieten. Oberbürgermeister Andreas März äußerte seine Freude über den neuen Brunnen, der sich südlich der Aussegnungshalle an einer Grünfläche befindet. Besonders ältere Besucher können von dieser neuen Errungenschaft profitieren. Ein herzlicher Dank geht an Eleonore Dambach-Trapp, deren großzügige Spende zur Finanzierung des Brunnens maßgeblich beigetragen hat.
Zusätzlich zu dem neuen Brunnen wurden auch neue Bäume gepflanzt, und der Bereich wird um weitere Sitzgelegenheiten erweitert. Diese Maßnahmen sollen nicht nur den Komfort der Besucher erhöhen, sondern auch zur Klimaresilienz der Stadt beitragen. Das Ziel ist es, die Lebensqualität in Rosenheim angesichts der steigenden Temperaturen durch den Klimawandel zu verbessern. Auf der Website der Stadt können Interessierte eine Liste der Standorte der Trinkwasserbrunnen finden, die unter „Interessante Orte und Plätze“ zu finden ist. Weitere Brunnen sind bereits geplant, um die Versorgung zu optimieren.
Öffentliche Trinkwasserbrunnen als Lösung
Die Notwendigkeit von Trinkwasserbrunnen wird besonders deutlich, wenn man an die Erfahrungen von Bürgerinnen und Bürgern denkt. So litt Irmgard Wagner bei einem Besuch in Rosenheim unter der Hitze und wusste nicht, wo der nächste Trinkwasserbrunnen war. Sie wünscht sich, dass die Standorte der Trinkwasserbrunnen bekannter werden. Eine öffentliche Liste aller Trinkwasserbrunnen in Rosenheim ist mittlerweile auf der „Kühlen Karte“ verfügbar, die seit 2023 online ist. Diese Karte soll helfen, die Brunnen besser zu finden und damit die Versorgung in der Stadt zu verbessern.
Insgesamt gibt es in Rosenheim 20 Trinkwasserbrunnen und -stelen, und der neueste Brunnen wurde pünktlich zum Herbstfest am Glückshafen in der Loretowiese fertiggestellt. Irmgard Oppenrieder, Vorsitzende des Rosenheimer Seniorenbeirats, hat bereits Ideen für weitere Standorte, wie zum Beispiel an Bushaltestellen, im Mangfallpark und am Friedhof. Sie schlägt auch vor, Trinkwasserbrunnen in Einkaufszentren wie am Aicherpark zu installieren. Besonders für Senioren ist der Zugang zu Wasser und öffentlichen Toiletten von großer Bedeutung, da viele zögern, Wasser zu trinken, wenn sie die Standorte nicht kennen. Aktuell gibt es in Rosenheim nur sechs öffentliche Toiletten in verschiedenen Verwaltungsgebäuden.
Ein Beitrag zur Klimaanpassung
Die Installation von Trinkwasserbrunnen in Städten ist ein wichtiger Schritt in der klimagerechten Stadtentwicklung, insbesondere angesichts der Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Deutschland hat bereits in den letzten Jahren unter extremen Wetterereignissen gelitten, wie den Hitze- und Dürresommern 2018 und 2022 sowie der Hochwasserkatastrophe 2021. Laut einer Studie war 2024 das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zukünftige Wetterereignisse werden voraussichtlich von häufigeren Hitzewellen und Trockenperioden geprägt sein, was die Notwendigkeit von Trinkwasserbrunnen umso dringlicher macht.
Öffentliche Trinkbrunnen tragen nicht nur zur Verbesserung des Mikroklimas in Städten bei, sie sind auch wichtig für vulnerable Gruppen wie alte Menschen, Kinder und wohnungslose Menschen, besonders an heißen Tagen. Darüber hinaus helfen sie, Plastikmüll zu reduzieren und CO₂-Emissionen zu minimieren. Die EU-Trinkwasserrichtlinie und das deutsche Wasserhaushaltsgesetz fördern den Zugang zu Leitungswasser, wodurch Städte und Gemeinden angehalten werden, Trinkwasserbrunnen aufzustellen, wo dies technisch machbar und lokal erforderlich ist.
Insgesamt zeigt sich, dass die Initiative zur Errichtung von Trinkwasserbrunnen in Rosenheim nicht nur ein praktisches Bedürfnis erfüllt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an die Herausforderungen des Klimawandels leistet. Weitere Informationen zu den Trinkwasserbrunnen finden Sie auf der Website der Stadt hier und zur „Kühlen Karte“ auf dieser Seite.



