In der heutigen Zeit, wo Nahrungsergänzungsmittel wie Biotin in aller Munde sind, sollten wir nicht vergessen, dass sie auch Schattenseiten haben können. Besonders im Hinblick auf Blutuntersuchungen kann Biotin, das häufig zur Förderung von Haut, Haaren und Nägeln eingesetzt wird, unerwartete Auswirkungen haben. Wie aktuelle Berichte zeigen, kann die Einnahme von Biotin die Ergebnisse von Laboruntersuchungen verfälschen und somit Diagnosen gefährden. Daher ist es ratsam, die Einnahme von Biotin zwei bis drei Tage vor einer Blutuntersuchung zu pausieren.

Ärzte und medizinisches Personal sollten unbedingt über die regelmäßige Einnahme von Biotin informiert werden, da die Verfälschungen durch dieses Vitamin zu falschen oder verzögerten Diagnosen führen können. Besonders betroffen sind Tests für Schilddrüsenhormone, Sexualhormone sowie Herz-Kreislauf-Markern wie Troponin. Biotin interagiert mit bestimmten Proteinen in Laboruntersuchungen, was die Verlässlichkeit der Ergebnisse erheblich beeinträchtigen kann. Studien zur Wirksamkeit von Biotin in Bezug auf Haut- und Haargesundheit sind zudem schwach und teils fragwürdig; wissenschaftliche Belege für eine festigende Wirkung bei Nägeln fehlen gänzlich.

Interferenzen durch Biotin

Die Problematik wird von Fachleuten ernst genommen. Firmen, die biotinhaltige Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel vertreiben, stehen in engem Austausch mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). In diesem Zusammenhang wird über die Interferenzen von Biotin mit klinischen Laboruntersuchungen informiert. Die Auswirkungen können gravierend sein: Bei manchen Testprinzipien kann Biotin Laborwerte falsch erhöhen oder erniedrigen, was zu verzögerten oder falschen Diagnosen führen kann. Dies birgt das Risiko, dass Patienten unnötige oder gar ausbleibende Behandlungen erfahren.

Besondere Aufmerksamkeit ist bei Hochdosis-Biotin-Therapien und bei bestimmten Patientengruppen wie Personen mit Niereninsuffizienz, Neugeborenen, Kindern und schwangeren Frauen geboten. Diese Gruppen sind besonders anfällig für die negativen Effekte von Biotin auf Laboruntersuchungen. Ein Rote-Hand-Brief, veröffentlicht am 15. Mai 2019, informiert über diese Risiken und sollte von allen Betroffenen ernst genommen werden.

Fazit und Empfehlungen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Biotin zwar als Nahrungsergänzungsmittel für Haut, Haare und Nägel beworben wird, jedoch auch unerwünschte Nebeneffekte mit sich bringen kann. Es ist daher ratsam, sich vor der Einnahme umfassend zu informieren und im Zweifel Rücksprache mit einem Arzt zu halten. Wenn Sie Biotin einnehmen, denken Sie daran, bei bevorstehenden Blutuntersuchungen rechtzeitig zu pausieren. So schützen Sie sich vor möglicherweise falschen Diagnosen und den damit verbundenen Folgen.