Am 25. November wurde weltweit der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen begangen. An diesem Tag erinnerten die Vereinten Nationen an die schreckliche Realität, dass jede dritte Frau in Europa im Laufe ihres Lebens Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt wird. In Deutschland sind es sogar etwa 35 Prozent der Frauen, die nach ihrem 15. Lebensjahr mindestens einmal von solcher Gewalt betroffen sind. Der VdK Bayern, mit über 420.000 Mitgliedern der größte Frauenverband im Freistaat, lehnt jede Form von Gewalt gegen Frauen entschieden ab und setzt sich aktiv für deren Rechte ein. Dies wurde auch bei einer Informationsveranstaltung in Rhön-Grabfeld deutlich, die von Therese Englert, einem Mitglied des VdK-Kreisvorstands, geleitet wurde.
Dabei waren Fachleute aus verschiedenen Bereichen eingeladen, um über das regionale Netzwerk gegen häusliche Gewalt und die Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene zu diskutieren. Unter den Gästen waren die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Ilona Sauer, sowie Patricia Hoffmann, die im allgemeinen Sozialdienst im Amt für Jugend und Familie tätig ist. Auch Stefanie Karlein von der Polizei Bad Neustadt war anwesend, um über die Rolle der Polizei beim Schutz von Frauen zu informieren. Es wurde deutlich, dass Gewalt in verschiedenen Formen auftreten kann – sei es zu Hause, am Arbeitsplatz oder sogar im Internet. Dabei beginnt Gewalt oft nicht nur mit physischen Attacken, sondern manifestiert sich auch in Bedrohungen, Beschimpfungen und Kontrolle.
Häusliche Gewalt im Fokus
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland erschreckende 180.715 Frauen Opfer von häuslicher Gewalt, was einen Anstieg um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Zudem wurden 360 Frauen ermordet, mit 578 versuchten Morden. Ein alarmierendes Bild, das die Dringlichkeit der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen unterstreicht. Patricia Hoffmann erläuterte, welche Maßnahmen ergriffen werden, wenn Kinder im Haushalt leben, und wie wichtig es ist, dass Betroffene den Mut finden, Anzeige zu erstatten. Denn nur so können Schutzmaßnahmen ergriffen werden, die aus der Erfahrung von Fachleuten hervorgehen.
Die Forderungen des VdK umfassen unter anderem effektive Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sowie ein Gesamtkonzept, das regelmäßig evaluiert werden sollte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Gewaltprävention und dem barrierefreien Zugang zu Frauenhäusern und Hilfsangeboten, sodass auch Frauen mit Behinderungen in Krisensituationen Unterstützung finden können.
Ein schreckliches Phänomen
Die Verbreitung von Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Problem. Rund 35 Prozent der Frauen sind laut WHO (2017) betroffen, was Gewalt zu einem der größten Gesundheitsrisiken für Frauen macht. Diese erschreckenden Statistiken zeigen, dass häusliche Gewalt nicht nur ein individuelles, sondern ein gesamtgesellschaftliches Anliegen ist. Fortdauernde und generationenübergreifende Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen. Zudem berichtete die Polizei von einem besorgniserregenden Anstieg frauenfeindlicher Straftaten, die im Jahr 2023 um 56,3 Prozent zugenommen haben, oft auch rechts motiviert.
Für all jene, die Unterstützung brauchen, steht bundesweit ein Hilfetelefon unter der Nummer 08000 116 016 zur Verfügung. Es ist rund um die Uhr erreichbar und bietet unverzügliche Hilfe für Betroffene von Gewalt. Die unzureichenden Kapazitäten der etwa 400 Frauenhäuser und 40 Schutzwohnungen in Deutschland machen deutlich, wie wichtig es ist, dass politische Entscheidungen und gesellschaftliches Engagement Hand in Hand gehen, um endlich wirksame Lösungen für dieses drängende Problem zu finden.



