Heute ist der 9. Februar 2026, und im Landkreis Regensburg stehen wichtige Veranstaltungen bevor, die auf die Sichtbarkeit und Sicherheit von Frauen aufmerksam machen. Am 14. Februar wird die internationale Bewegung One Billion Rising (OBR) stattfinden, die sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen richtet. Unter dem diesjährigen Motto „Rise for our bodies, our earth, our future” werden Landrätin Tanja Schweiger und die Gleichstellungsbeauftragte Silvia Siegler die Fahne des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ vor dem Landratsamt hissen. Dies ist ein starkes Zeichen des Landkreises Regensburg gegen Gewalt und für Gleichstellung.
Der Tanzprotest, der um 15 Uhr auf dem Donaumarkt in Regensburg beginnen wird, lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, Solidarität zu zeigen und mitzutanzen. Maria Scharfenberg, die Stellvertreterin der Landrätin, wird für den Landkreis Regensburg sprechen und verschiedene Redebeiträge werden das Event bereichern. Die Fahne des Hilfetelefons macht auf das bundesweite, kostenfreie und anonyme Beratungsangebot für von Gewalt betroffene Frauen aufmerksam. Dieses Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar und bietet Unterstützung in mehreren Sprachen.
Ausstellung zur Sichtbarmachung von Wissenschaftlerinnen
Parallel zu dieser bewegenden Veranstaltung wird im Foyer des Landratsamtes die Ausstellung „Versäumte Bilder – Wissenschaftlerinnen und Pionierinnen sichtbar machen“ von Gesine Born gezeigt. Diese Ausstellung nutzt Künstliche Intelligenz, um historische Bilder neu zu deuten und die wissenschaftlichen Errungenschaften von Frauen sichtbar zu machen. Ein Beispiel ist Lise Meitner, die an der Entdeckung der Kernspaltung beteiligt war, jedoch keinen Nobelpreis erhielt. Der Matilda-Effekt, der die systematische Verdrängung der Beiträge von Frauen in der Wissenschaft beschreibt, wird hier thematisiert. Die Ausstellung zeigt insgesamt 12 Werke von Gesine Born und wird vom 9. Februar bis 27. März 2026 zugänglich sein – der Eintritt ist kostenfrei während der Öffnungszeiten.
Die One Billion Rising Bewegung, die in diesem Jahr unter dem Motto „Women on Fire – Ni una menos“ steht, wird in 27 Ländern weltweit gefeiert. Ziel dieser Bewegung ist die Beendigung patriarchaler Gewalt und Femizide. Veranstaltungen sollen Sichtbarkeit und Gehör für die Anliegen der Frauen schaffen und einen Fokus auf Empathie und Prävention legen. Ein Kampagnen-Song wird veröffentlicht und alle sind eingeladen, eigene Choreografien zu erstellen und an den Tanzaktionen teilzunehmen. Im vergangenen Jahr nahmen etwa 60.000 Menschen an OBR-Veranstaltungen in Deutschland teil.
Aktuelle Herausforderungen
Die Notwendigkeit solcher Aktionen wird durch die alarmierenden Statistiken zur Gewalt gegen Frauen in Deutschland unterstrichen. Laut dem BKA-Lagebild 2023 sind geschlechtsspezifische Gewalt und frauenfeindliche Straftaten um 56,3 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 360 Frauen wurden im Jahr 2023 Opfer eines Femizids, was die Dringlichkeit von Initiativen wie One Billion Rising verdeutlicht. Zudem zeigt der Anstieg häuslicher Gewalt um 5,6 % und sexualisierter Gewalt um 6,2 %, dass es einen tief verwurzelten Frauenhass in der Gesellschaft gibt.
Obwohl Deutschland Gesetze und Regelungen zum Schutz von Frauen hat, wie das Gewaltschutzgesetz und das Gewalthilfegesetz, gibt es erhebliche Herausforderungen im Hilfesystem. Rund 400 Frauenhäuser und über 40 Schutzwohnungen bieten zwar mehr als 6.000 Plätze, doch die Kapazitäten sind oft nicht ausreichend. Zudem müssen Frauen mit Mehrfachdiskriminierungen, wie Armut oder Behinderung, besondere Hürden im Hilfesystem überwinden. Experten warnen vor unzureichenden Schutzplätzen und fordern eine Sensibilisierung der Fachkräfte im Hilfesystem.
Die anstehenden Veranstaltungen im Landkreis Regensburg sind somit nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch ein Schritt in die richtige Richtung, um die Sichtbarkeit und Unterstützung für Frauen zu erhöhen. Für weitere Informationen über One Billion Rising können Interessierte die Webseite www.onebillionrising.de besuchen.
Für diejenigen, die Unterstützung benötigen oder mehr über lokale Hilfsangebote erfahren möchten, hält die Webseite des Landkreises Regensburg eine Notfallkarte mit wichtigen Informationen bereit, die in Gewaltsituationen helfen kann. Gemeinsam können wir ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen und für Gleichstellung einstehen.