Weihnachten ist vorbei, doch die Plauderrunden des Ghost Town Radios gehen weiter. Am 28. Dezember fand ein aufschlussreiches Gespräch mit dem SPD-Stadtrat Alexander Irmisch statt, bei dem es um die politischen Themen der SPD, die Oberbürgermeisterin und die kontroverse Brücke ging. Diese Unterhaltung war Teil eines Formats, das auch im neuen Jahr weitergeführt wird: Die nächste Live-Sendung steht am 4. Januar auf dem Programm und wird die Jahresbilanz ziehen. Auch die politischen Plaudereien mit Sebastian Wanner von den Linken und Helene Sigloch von den Grünen werden viel Aufmerksamkeit erhalten, diese finden am 11. sowie 18. Januar jeweils um 18.30 Uhr statt.

Ein spannender Gastbeitrag stammt von Erwin Aschenbrenner, der von einem Adventsvortrag von Bischof Rudolf Voderholzer zu Weihnachtskrippen in Böhmen und Ostbayern berichtet. Knapp 30 Interessierte folgten den Ausführungen des Bischofs, der jedoch nicht das christlich-weihnachtliche Motiv der Herbergssuche thematisierte. Stattdessen wandte sich die Diskussion auch den drängenden Problemen wie Wohnungsnot und Gentrifizierung in Regensburg zu, Themen, die zunehmend im Fokus des Immobilienmanagements des Bistums Regensburg stehen.

Bistum Regensburg und Immobilienmanagement

Das Bistum Regensburg verwaltet zahlreiche Immobilien, was angesichts der sinkenden Kirchensteuereinnahmen eine Herausforderung darstellt. In einem Bericht von Regensburg Digital wird hervorgehoben, dass das Immobilienmanagement des Bistums Grundstücke meistbietend verkauft, ohne soziale Bedingungen zu berücksichtigen. Dies führt dazu, dass Mieter, wie in der Dechbettener Straße 49, zur Räumung gezwungen werden und viele geschützte Bäume der Rodung zum Opfer fallen.

Ein Beispiel für wertvollen Wohnraum, der seit 2017 leersteht, ist die Wittelsbacherstraße 7, die trotz hoher Maklergebühren unveräußert bleibt. Der Bischof hatte versprochen, künftige Entscheidungen bezüglich Immobilien besser mit der Pastoralabteilung zu verknüpfen, doch das Versprechen bleibt bislang unerfüllt.

Nachhaltigkeit und ökologische Verantwortung

Die Baurichtlinien des Bistums für 2025 setzen sich zwar mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander, konkrete Maßnahmen zur Baumfällung werden jedoch nicht festgelegt. Das Immobilienmanagement konzentriert sich stark auf die Beschaffung von Geld und zeigt wenig Interesse daran, ökologische und soziale Verantwortung zu übernehmen. Dies steht im Widerspruch zu den Zielen des Reformprozesses „Pastorale Entwicklung 2034“, der eigentlich den Umgang mit Immobilien erleichtern und von einem nachhaltigen Ansatz profitieren soll.

Die Ausgaben der Diözesanleitung steigen alarmierend: von 27,5 Millionen Euro im Jahr 2018 auf über 49 Millionen Euro in 2023. Vor diesem Hintergrund wird der Verkauf einer Kloster-Immobilie am Dörnbergpark spannend, die durch einen Makler vermittelt wird, der auch Konzepte von Genossenschaften und Mietshäuser-Syndikaten vermeidet.

Gemeinschaftliche Lösungen und Ausbildung

Das kirchliche Immobilienmanagement steht unter Druck, sich den Veränderungen der Gesellschaft anzupassen. Die IREBS Academy bietet einen spezialisierten Studiengang an, der Entscheidungsträger und Fachkräfte befähigt, Immobilienprojekte sowohl rechtssicher als auch wirtschaftlich tragfähig zu gestalten. Dabei wird Wert auf eine Balance zwischen nachhaltiger und wirtschaftlicher Nutzung gelegt, um die spezifischen Werte kirchlicher Arbeit zu bewahren.

Mit diesen Entwicklungen bleibt zu hoffen, dass das Bistum einen Weg findet, um sowohl den Bedürfnissen der Mieter als auch den Anforderungen an nachhaltige Stadtentwicklung gerecht zu werden.