Die Weihnachtskrippe in der Spitalkirche in Pfaffenhofen ist ein wahres Herzstück der Stadt und erfreut sich großer Beliebtheit. Aktuell befindet sich die Restaurierung der Krippe auf der Zielgeraden, und die Vorfreude auf die bevorstehenden Festlichkeiten steigt. Von der Adventszeit bis etwa Mitte Februar werden hier zwölf wechselnde Krippenszenen präsentiert, die vom ersten Augenblick der Verkündigung an Maria bis zur Hochzeit zu Kana das biblische Geschehen eindrucksvoll erzählen. Das Besondere daran sind die über 180 individuell gestalteten Figuren, viele bis zu 80 cm groß. Diese umfassen nicht nur Menschen, sondern auch Tiere wie Schafe, Pferde, Dromedare und sogar Elefanten, die das gesamte Spektrum der Weihnachtsgeschichte abbilden.

Besucher dürfen sich auf eine Vielzahl von faszinierenden Requisiten freuen. Musikinstrumente, die Gaben der Heiligen Drei Könige und Waren der Tempelhändler beleben die Szenen und lassen die Zuschauer tief in die Geschichte eintauchen. Die Krippe gilt als wertvolles Stück Kulturerbe und hat eine lange Geschichte: Ursprünglich wurden die Figuren von Franziskanermönchen um das Jahr 1615 in Pfaffenhofen erworben. Ihr Körper besteht aus Holz, während die ältesten Köpfe aus Wachs gefertigt sind; das macht sie besonders empfindlich und erfordert sorgfältige Restaurierungsarbeiten.

Die Restaurierung: Ein Kunstwerk für die Zukunft

Die Restaurierung, die über Jahre hinweg andauert, erfolgt denkmalgerecht. Der „Krippenkümmerer“ hat die Aufgabe, schadhafte Requisiten zu ersetzen und neue zu basteln, um den Charakter der Krippe zu wahren. In der aktuellen Phase sind die Figuren bereits restauriert, nun liegt der Fokus auf der Wiederherstellung der Kulissen der Tempelszenen. Besonders bemerkenswert ist, dass die Restaurierungsarbeiten in den „krippenfreien“ Monaten durchgeführt werden, um die Krippe während der Adventszeit nicht außer Betrieb zu nehmen. Die Fertigstellung der Restaurierung wird für Ende 2026 erwartet, und dank staatlicher Zuschüsse sowie Spenden kann dieses Projekt realisiert werden. Wer die Restaurierung unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto spenden: DE 90 721 516 50 000 000 6718.

Ein kulturelles Erbe

Die Spitalkirche selbst hat eine interessante Geschichte: Sie wurde 1719 vollendet und war ursprünglich Teil des Franziskanerklosters. Nach der Säkularisierung 1803 fiel sie in den Besitz der Stadt Pfaffenhofen und steht nun unter der Obhut der Heilig Geist- u. Gritsch’schen Fundationsstiftung Pfaffenhofen. Seit 2018 kümmert sich der Heimat- und Kulturkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm e. V. um die Instandsetzung und Aufbewahrung der Krippe, unter der Leitung von Ursula Beyer, der Gründungsstifterin von Kulturerbe Bayern, sowie dem Restaurator und Vergoldermeister Marold Niedersteiner aus Biburg.

Die Krippe hat nicht nur eine lokale Bedeutung, sondern ist auch Teil eines breiteren kulturellen Erbes. Weihnachtliche Krippen sind schon lange fester Bestandteil der Advents- und Weihnachtszeit in vielen Regionen und werden oft mit regionalen Berufen und Tieren ausgeführt. Sie verbinden die Adventszeit mit dem Dreikönigsfest und tragen zur Pflege traditioneller Bräuche bei. Vielleicht sind es diese Traditionen, die die Menschen immer wieder anziehen und die Krippe in Pfaffenhofen zu einem besonderen Ziel in der Adventszeit machen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Spitalkirchenkrippe nicht nur als religiöses Objekt, sondern auch als Kunstwerk von unschätzbarem Wert betrachtet wird. Es ist erfreulich zu sehen, wie viel Herzblut in ihre Restaurierung gesteckt wird, um sie für kommende Generationen zu bewahren.