Am 2. Januar 2026 ist es endlich soweit: Die neue Ausgabe der Pfaffenhofener Stadtgeschichten wurde veröffentlicht. In dieser Ausgabe widmet sich Stadtarchivar Andreas Sauer einem spannenden Thema – den Anfängen und der Entwicklung des Individualverkehrs in Pfaffenhofen von 1876 bis 1960. Ganz gleich, ob auf zwei oder vier Rädern, hier werden Geschichten lebendig, die unser Mobilitätsverhalten geprägt haben.
Die Veröffentlichung ist eine Rückschau auf die ersten Hoch- und Flachräder sowie auf die frühen motorisierten Fahrzeuge. Im Nachkriegsdeutschland nahm die Motorisierung nach dem Zweiten Weltkrieg rasant zu, was auch die Verkehrssituation in Pfaffenhofen nicht unberührt ließ. Bereits vor über 100 Jahren wurden Herausforderungen durch das steigende Verkehrsaufkommen sichtbar, und ein eingeführter Pflasterzoll führte sogar zu dem Ruf, Pfaffenhofen sei „automobilfeindlich“. Diese historischen Einblicke verdeutlichen, dass die aktuellen Bemühungen um Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer nicht neu sind.
Die Entwicklung des Individualverkehrs
Was ist eigentlich Individualverkehr? Diese Form des Verkehrs bezeichnet die Nutzung eigener Fortbewegungsmittel oder das Gehen zu Fuß. Im Gegensatz zum öffentlichen Verkehr, wo kollektiv genutzte Verkehrsmittel im Vordergrund stehen, ermöglicht der Individualverkehr (IV) den Nutzern viel Freiheit bei der Wahl der Zeiten und Routen. Motorisierter Individualverkehr (MIV), wie Autos und Taxis, spielt in der heutigen Zeit eine zentrale Rolle, während nichtmotorisierter Individualverkehr (NMIV), zu dem auch Rad- und Fußverkehr zählen, oft in den Hintergrund gedrängt wird.
Die Bedeutung des MIV stieg besonders durch die Massenmotorisierung in den 1950er Jahren an. 1955 brachten Pkw, Motorräder und Mopeds in Westdeutschland etwa 50 Prozent der Verkehrsleistung. Doch damit verbunden sind auch negative Effekte wie höhere Umweltbelastung und Verkehrssicherheit. Tatsächlich hat sich die Sicht auf den eigenen PKW als Statussymbol in den letzten Jahren gewandelt: Laut einer Umfrage stimmten 2022 42 Prozent der Deutschen zu, dass Autos nicht mehr den gleichen Stellenwert haben wie früher.
Verkehrsplanung und Umweltbewusstsein
In Pfaffenhofen befassen sich die Stadtverantwortlichen intensiv mit der heutigen Verkehrssituation. Ziel sind Maßnahmen zur Entlastung der Innenstadt durch alternative Mobilitätsangebote. Diese Bemühungen stehen im Zeichen eines wachsenden Umweltbewusstseins und dem Wunsch, dem NMIV in der Verkehrsplanung Vorrang zu geben. Die positiven Effekte des Fuß- und Radverkehrs sind vielfach belegt: geringere Schadstoffemissionen und ein niedrigerer Flächenbedarf machen den NMIV attraktiv und gesund.
Die neue Ausgabe der Stadtgeschichten bietet nicht nur einen tiefen Blick in die Verkehrsgeschichte, sondern auch Kuriositäten, wie den Ursprung des Namens der Weilhammer Klamm. Interessierte können das Heft kostenlos in der Stadtverwaltung am Sigleck, im Haus der Begegnung und im Bürgerbüro abholen oder hier herunterladen.
Mit der Erforschung der Verkehrsmittel und ihrer Einflussnahme auf die Stadtgeschichte lädt Pfaffenhofen dazu ein, über die eigene Mobilität nachzudenken. Denn auch in der Vergangenheit waren die Herausforderungen nicht geringer als heute. Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft gestalten!