In Passau stehen die Zeichen auf Veränderung. Der langjährige Oberbürgermeister Jürgen Dupper von der SPD hat entschieden, bei der kommenden Kommunalwahl im März 2024 nicht mehr anzutreten. Nach fast 20 Jahren an der Spitze der Stadt wird nun ein frischer Wind nötig sein, denn gleich acht Kandidatinnen und Kandidaten möchten in seine Fußstapfen treten. Der Landkreis Passau wird zwar von der CSU dominiert, jedoch bleibt Passau selbst eine besondere Ausnahme, die für spannende Wahlkämpfe sorgt. Die hierzu erhobenen Informationen stammen aus verschiedenen regionalen Medien, wobei die Süddeutsche Zeitung als Hauptquelle dient.
Die Liste der Bewerber um das Oberbürgermeisteramt ist bunt gemischt und reicht von der Grünen Stefanie Auer über den Erfahrungswert von Andreas Rother (SPD), der als Duppers Stellvertreter bekannt ist, bis hin zu Armin Dickl (CSU), der ebenfalls als Stellvertreter agierte. Die weiteren Kandidaten sind Siegfried Kapfer (FWG), Urban Mangold (ÖDP), Dr. Holm Putzke (FDP), Nika Kolitz (Linke) und Andreas Vilsmeier (Passauer Liste). Die Wahlversammlungen haben bereits die Wahlvorschläge genehmigt, wie auf der offiziellen Webseite der Stadt Passau nachzulesen ist.
Zukunftsprojekte im Fokus
Wie bei jeder Wahl stehen auch diesmal wichtige Projekte auf der Agenda, die von den künftigen Oberbürgermeistern angepackt werden sollen. Dazu zählt der geplante Medizincampus Niederbayern, bei dem Medizinstudierende künftig ihre letzten Studiensemester in Passau verbringen können. Ein neues, fünfstöckiges Gebäude soll hier mit 14 Millionen Euro errichtet werden. Die ersten Lehrstühle an der Universität Passau starten voraussichtlich im Wintersemester 2027/2028.
Neben der Ausbildung junger Mediziner stehen auch Hochwasserschutzmaßnahmen zur Diskussion, was bereits beim aktuellen Amtsinhaber Dupper zu Kontroversen führte. Dies betrifft insbesondere die vorgebrachten Bedenken gegen mögliche Beeinträchtigungen des Stadtbildes, die von OB-Kandidat Vilsmeier geäußert wurden. Auch die Sanierung von 72 Brücken in der Stadt, viele davon über Inn und Donau, ist ein drängendes Thema. Die Schanzlbrücke musste aufgrund von Sicherheitsbedenken für Lastwagen über 3,5 Tonnen gesperrt werden, und die Franz-Josef-Strauß-Brücke bedeutete 2024 mehrere Monate Stau für die Autofahrer. Diese Fragen werden von den beiden Spitzenkandidaten Rother und Dickl, die beide die Bedeutung der Infrastruktur-Sanierung betonen, ganz oben auf die Agenda gesetzt.
Wirtschaftliche Unsicherheiten und kulturelle Förderungen
Doch nicht nur Bauprojekte sind entscheidend. Auch die wirtschaftliche Lage in Passau wirft Fragen auf, besonders für die Arbeitnehmer in der Autozulieferindustrie. Die Unsicherheit am Standort ZF, wo etwa 4.000 Menschen beschäftigt sind, wird von den Kandidaten ebenfalls thematisiert. Der Standort hat kürzlich einen Milliardenauftrag erhalten, doch die künftige Entwicklung bleibt ungewiss.
Ein weiterer Aspekt, der die Bürger bewegt, ist die Kulturförderung in der Stadt. Der Wunsch nach kreativeren Lösungen und Unterstützung für lokale Künstler wird laut geäußert. Dies könnte auch zur Förderung der Lebensqualität in Passau beitragen und wird von vielen Wählern als wichtig erachtet.
Insgesamt steht Passau also vor einer interessanten Wahl, bei der die Bürger:innen im März 2024 ihre Stimme abgeben werden. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren, und die Kandidaten sind heiß darauf, ihre Ideen und Visionen für eine zukünftige Stadt zu präsentieren. Die BR Nachrichten berichten ebenso über die Herausforderungen, die die verschiedenen Kandidaten bewältigen müssen, um die Gunst der Wähler zu gewinnen.



