In den bayerischen Städten Passau, Regensburg und Ingolstadt wird es an diesem Wochenende zu erheblichen Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr kommen. Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag und Samstag zu Warnstreiks aufgerufen, nachdem es bei den Tarifverhandlungen am 11. Februar zu keiner Einigung kam. Betroffen sind neben den genannten Städten auch München, Nürnberg, Augsburg, Fürth, Bamberg, Landshut, Schwabach, Bayreuth und Schweinfurt. In Würzburg wird es jedoch keine Streiks geben, da dort ein laufender Tarifvertrag besteht und eine Friedenspflicht gilt. Die Streiks zielen darauf ab, bessere Arbeitsbedingungen, kürzere Schichten und höhere Zuschläge zu fordern.
Obwohl S-Bahnen und Regionalbahnen in der Regel nicht betroffen sind, da sie von anderen Unternehmen betrieben werden, könnte der Verkehr in den betroffenen Städten stark beeinträchtigt werden. Teilweise werden städtische Buslinien, die von externen Dienstleistern betrieben werden, weiterhin verkehren. Gleichzeitig haben Stadtwerke und Verkehrsunternehmen Notfahrpläne erstellt, die jedoch oft zu einem ausgedünnten Angebot auf Tram- und U-Bahn-Strecken führen. Die Warnstreiks könnten auch einen starken Anstieg des Straßenverkehrs zur Folge haben, was zu erheblichen Staus führen wird.
Forderungen der Gewerkschaft Verdi
Verdi fordert für etwa 9000 Beschäftigte in mehr als 20 Unternehmen eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. In den aktuellen Verhandlungen wird eine Erhöhung um bis zu 16% gefordert, was sich auf eine monatliche Lohnerhöhung von 670 Euro summieren würde. Die Arbeitgeber, vertreten durch den Kommunalen Arbeitgeberverband, kritisieren diese Forderungen und bezeichnen sie als nicht erfüllbar. Sie warnen, dass höhere Löhne möglicherweise zu steigenden Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots führen könnten. Aktuell bietet der Arbeitgeberverband eine Erhöhung von mindestens 5% in zwei Schritten über zwei Jahre an, was von Verdi jedoch als unzureichend erachtet wird.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 9. März in Nürnberg angesetzt. Die letzten Gespräche haben gezeigt, dass es kaum Fortschritte gibt, trotz bereits vier Verhandlungsrunden in einigen Bereichen. Christine Behle, die stellvertretende Vorsitzende von Verdi, äußerte, dass die Belastungen im Fahrdienst hoch sind und die Streiks somit notwendig werden, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Eine Studie von Verdi und der Klima-Allianz Deutschland belegt diese Belastungen und unterstreicht die Dringlichkeit der Forderungen.
Die Auswirkungen der Streiks
Die Auswirkungen der Warnstreiks könnten je nach Streikbereitschaft der Beschäftigten und der Reaktion privater Betreiber spürbar sein. Während es in den betroffenen Ballungsräumen zu einem Stillstand im Nahverkehr kommen wird, fahren S-Bahnen in diesen Regionen, da sie der Deutschen Bahn unterliegen und einem anderen Tarifvertrag folgten. Die vorherrschenden Wetterbedingungen mit zweistelligen Temperaturen könnten zudem zu einer erhöhten Nachfrage nach Taxis führen, was die Situation weiter kompliziert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr eine Reaktion auf die unzureichenden Angebote der Arbeitgeber darstellen und die Notwendigkeit für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne verdeutlichen. Die kommenden Tage werden zeigen, wie die Verkehrsunternehmen und die Fahrgäste mit der Situation umgehen werden. Weitere Informationen zu den Streiks und den aktuellen Entwicklungen sind unter den Quellen von PNP, BR und ver.di verfügbar.



