Die besinnliche Zeit der Feiertage ist nun vorbei und der Alltag hat wieder Einzug gehalten. Am 2. Januar 2026 meldet sich die Gesellschaft mit ihren gewohnten Regeln und Gewohnheiten zurück. Im Rahmen einer Rede in der Pfarrgemeinde Fürstenzell hat Pfarrer Wolfgang de Jong an die Herbergssuche am Heiligen Abend erinnert – ein Bild von Besetztheit und Unzugänglichkeit, in dem kein Raum für Gott bleibt. In seiner Predigt fordert er die Gläubigen auf, Platz für Gott zu schaffen, damit Licht und Lebensfreude in ihren Alltag Einzug halten können. Seine positive Botschaft: Gott möchte unter den Menschen wohnen und sein Leben teilen. So blickt er optimistisch auf das neue Jahr und wünscht allen einen gesegneten Sonntag.
Ein zentrales Thema, das während der Weihnachtszeit immer wieder zu hören ist, ist die Hoffnung auf Licht in der Dunkelheit. „Licht in der Finsternis“ wird in Gebeten und Liedern thematisiert, wie beispielsweise im Lobgesang, der um Frieden und Freude bittet. Besonders in schwierigen Zeiten bringt das Licht, für das wir danken, Trost und Mut. Dr. Petra Zimmermann hat in einem Gebet am 1. Weihnachtstag den Wunsch nach Vergebung für trübe Gedanken formuliert und an die Notwendigkeit erinnert, für Menschen in Dunkelheit und Einsamkeit zu beten – eine Botschaft, die an Dringlichkeit gewinnt, wenn wir die Welt um uns betrachten.
Lichtsymbolik und Traditionen
In der Advents- und Weihnachtszeit wird besonders die Lichtsymbolik hervorgehoben. Auch der adventliche Kranz, dessen Ursprünge auf Johann Hinrich Wichern zurückgehen, erhellt die dunklen Wintertage und steht für das langsame Kommen des Lichtes in die Welt. In vielen Kirchen wird regelmäßig die traditionelle Roratemesse gefeiert, die eine besondere Lichtsymbolik hat und oft in der Dunkelheit stattfindet, um den Gläubigen eine Atmosphäre der stillen Erwartung zu bieten. Diese Messen sind ein Ausdruck anhaltenden Glaubens und der Hoffnung, das Licht zu erfahren.
Der Brauch des Friedenslichtes, das von Pfadfindern aus Betlehem verbreitet wird, erinnert uns daran, dass Licht nicht nur Freude, sondern auch Frieden bringt, besonders in Krisengebieten und unter verfolgten Christen. Immer wieder zeigt das Eingangsgebet für den 2. Weihnachtstag das Bedürfnis nach Ermutigung und Hoffnung in schweren Zeiten. Gerade zum Jahresbeginn ist es wichtig, die positiven Aspekte des Lebens zu suchen und das Licht in unseren eigenen Dunkelheiten aufblitzen zu lassen.
Kinder und Traditionen
In den festlichen Momenten am Heiligabend, in denen die Kinder im Mittelpunkt stehen, werden oft Worte des Trostes gesprochen, wie im Psalm „Fürchte dich nicht“. Die Wünsche nach Frieden und die Hoffnung auf Engel als Friedensboten sind integrale Bestandteile dieser besonderen Zeit. Wir wünschen uns für alle Menschen, und besonders für die Jüngsten, eine Welt, in der sie geschützt und geliebt aufwachsen können.
Erst recht sollten wir nicht vergessen, dass die Weihnachtszeit bis zum Fest der Taufe des Herrn liturgisch gefeiert wird, was uns Mahnung und Freude zugleich heißt. So dürfen wir unsere Krippen bis zum Fest der Darstellung des Herrn in den Kirchen stehen lassen und die Lichtsymbolik lebendig halten, die uns Christus als Licht der Welt offeriert. Bis zu den besinnlichen Tagen und darüber hinaus bleibt es wichtig, das Licht in unseren Herzen scheinen zu lassen und unsere Aufforderung, das nächtliche Dunkel in Licht zu verwandeln, zu leben.