Tote Kälber im Ostallgäu: Wolf hinter den Rissen vermutet!

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Im Ostallgäu wurden erneut tote Rinderkälber gefunden, Verdacht auf Wolfsangriffe; Landesamt für Umwelt ermittelt.

Im Ostallgäu wurden erneut tote Rinderkälber gefunden, Verdacht auf Wolfsangriffe; Landesamt für Umwelt ermittelt.
Im Ostallgäu wurden erneut tote Rinderkälber gefunden, Verdacht auf Wolfsangriffe; Landesamt für Umwelt ermittelt.

Tote Kälber im Ostallgäu: Wolf hinter den Rissen vermutet!

Am 15. Januar 2026 wurde im Ostallgäu ein tot aufgefundenes Rinderkalb entdeckt, was erneut Sorgen um die Sicherheit der Nutztierhaltung in der Region aufwirft. Das Landesamt für Umwelt (LfU) hat den Vorfall auf seiner Internetseite veröffentlicht und Proben zur Genanalyse gesichert. Dies wirft die Frage auf: War es ein Wolf, der hinter diesem Vorfall steckt?

Ein zweites Kalb wurde bei dem Angriff verletzt, und die Behörden haben bereits Untersuchungen eingeleitet, um die genaue Verantwortung für den Vorfall zu klären. In den letzten Monaten hatte es im Ostallgäu vermehrt Wolfsichtungen sowie Angriffe auf Nutztiere gegeben. Diese jüngsten Ereignisse sind Teil eines größeren Trends, der schon seit einigen Monaten die Region beschäftigt. So wurde beispielsweise am 28. Dezember 2025 eine Wolfsichtung bestätigt, während bei einem gerissenen Kalb im Oktober eine Wolfsbeteiligung als wahrscheinlich eingestuft wurde. Die Angelegenheit ist brisant, da im September 2025 bereits untersucht wurde, dass kein großer Beutegreifer an einem Vorfall beteiligt war.

Wolfsproblematik in der Region

Das Thema Wolf und dessen Auswirkungen auf die Nutztierhaltung beschäftigt nicht nur die Menschen im Ostallgäu, sondern auch auch die Region Vorarlberg. Im Hinteren Bregenzerwald gab es in den letzten Tagen mehrere Wolfssichtungen, die durch Wildkameras dokumentiert wurden. Bisher sind dort zwar keine Schäden an Nutztieren gemeldet worden, doch die Schaf- und Ziegenhalter in der Region wurden von den Behörden informiert, um sie über mögliche Risiken auf dem Laufenden zu halten. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Herdenschutzmaßnahmen gelegt.

Das Land Vorarlberg hat einen umfassenden Wolfsmanagementplan ins Leben gerufen, um den menschlichen Siedlungsraum zu schützen und Nutztierrisse zu vermeiden. Im Oktober 2023 wurde eine Rissdatenbank eingerichtet, die die Erfassung von Sichtungen und gemeldeten Tierrissen ermöglicht. Der Landeswildökologe Hubert Schatz hat zudem ein Merkblatt erstellt, das den Tierhaltern hilfreiche Verhaltensweisen an die Hand gibt, um Konflikte mit Wölfen zu minimieren.

Studienergebnisse zu Nutztierrissen

Ein Blick über die Grenzen hinaus zeigt, dass Wolfsmanagement nicht nur eine lokale Herausforderung darstellt. Eine Studie, die über einen Zeitraum von 19 Jahren in Lettland durchgeführt wurde, verdeutlicht, dass die Bejagung von Wölfen nicht zwangsläufig zu einer Reduktion von Nutztierrissen führt. Im Gegenteil, in Jahren mit höheren Jagdquoten stieg die Anzahl der Angriffe auf Schafe leicht an. Dies könnte darauf hindeuten, dass der Abschuss erwachsener Wölfe die Rudelstruktur destabilisiert, was unerfahrene Jungtiere dazu veranlasst, eher Nutztiere anzugreifen.

Die Ergebnisse der Studie sind alarmierend. Die durchschnittliche Anzahl betroffener Schafe pro Angriff stieg von 2,6 auf 5,5 und zeigt, dass in über 35% der Fälle keinerlei Schutzmaßnahmen eingesetzt wurden. Auch die erfolgreiche Handhabung von Nutztierrissen kann durchaus verbessert werden. Laut den Autoren der Studie sind Investitionen in effektive Schutzmaßnahmen und Schulungen für die Tierhalter entscheidend.

In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen und der bestehenden Unterschiede in den Wolfsmanagementstrategien zwischen verschiedenen Regionen ist es klar, dass es auch außerhalb von Bayern und Vorarlberg ähnliche Herausforderungen gibt. Letztlich bleibt zu hoffen, dass sowohl Tierhalter als auch Behörden weiterhin gemeinsam arbeiten, um einen Umgang zu finden, der das Wohl der Tiere und die Sicherheit der Siedlungsräume gewährleistet.

Für weitere Informationen zu den Vorfällen im Ostallgäu können Sie Allgäuer Zeitung, Vorarlberg Online und die Studie zu Wolfsmanagement in Lettland auf Livestock Protect nachlesen.