In der Gemeinde Pfronten im Ostallgäu wird seit fünf Jahren ein ganz besonderes Angebot zur Sterbebegleitung bereitgestellt. Das Quartiersmanagement der Gemeinde und der Hospizverein Südliches Ostallgäu haben einen Letzte-Hilfe-Kurs ins Leben gerufen, der kürzlich im Haus des Gastes stattfand. Dieses Seminar wurde von zwei erfahrenen Hospizfachkräften geleitet und zielt darauf ab, grundlegendes Wissen über die Sterbebegleitung zu vermitteln und Mut zu machen, sich sterbenden Menschen zuzuwenden.
Der Kurs behandelt wichtige Themen wie „Sterben als Teil des Lebens“, „Vorsorgen und Entscheiden“, „Leiden lindern“ sowie „Abschied und Trauer“. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum mit diesen sensiblen Themen auseinanderzusetzen und im Rahmen persönlicher Gespräche einen lebendigen Austausch zu erleben. Neben der menschlichen Begleitung bietet der Hospizverein auch fachliche Beratung und Trauerbegleitung an. Besonders wertvoll ist die Vorstellung der Unterstützungsmöglichkeiten durch das Palliative Netzwerk, die den Teilnehmenden weitere Wege aufzeigt, wie sie in der Sterbebegleitung helfen können.
Wissensvermittlung für alle
Die Letzte-Hilfe-Kurse sind ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen Verantwortung, Wissen über Sterbebegleitung zu verbreiten, das durch die Industrialisierung verloren gegangen ist. Diese Kurse bieten Basiswissen und einfache Handgriffe für die Begleitung von Sterbenden, wobei der Fokus auf Zuwendung, Mitmenschlichkeit und Lebensqualität am Lebensende liegt. Sie ermutigen Menschen, Sterbenden und Angehörigen beizustehen und tragen zu einem offenen Diskurs über Themen wie schwere Krankheit, Sterben, Tod und Trauer bei.
Ein zentraler Aspekt der Letzte-Hilfe-Kurse ist die Förderung eines respektvollen Dialogs über das Lebensende, einschließlich der Diskussion über assistierten Suizid. Die Kurse wurden seit ihrer Einführung 2014 in Deutschland mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung im Jahr 2015. Über 150.000 Menschen haben bereits an diesen Kursen teilgenommen, die in 23 Ländern weltweit angeboten werden.
Praktische Unterstützung und Rituale
Die Medipolis Akademie bietet ebenfalls Kurse zur „Letzten Hilfe“ an, die darauf abzielen, Interessierten zu zeigen, wie sie für Sterbende da sein können. Neben den Grundlagen der Sterbebegleitung, die physische, psychische und spirituelle Aspekte des Sterbens umfassen, werden auch Techniken für einfühlsame Gespräche und Präsenz in schwierigen Momenten vermittelt. Praktische Hilfe zur körperlichen Pflege und die Gestaltung einer unterstützenden Umgebung sind ebenfalls Teil des Kurses.
Darüber hinaus werden Informationen über Abschiedsrituale und die würdige Gestaltung der letzten Momente vermittelt. Die Kurse sind offen für alle Interessierten, unabhängig von Vorkenntnissen, und besonders geeignet für Pflegekräfte sowie Personen, die Angehörige unterstützen möchten. Die Medipolis Akademie sieht es als ihre Aufgabe, Wissen zur Sterbebegleitung zu verbreiten und so einen Beitrag zu einem würdigen Lebensende zu leisten.
Durch das Engagement von Organisationen wie dem Hospizverein Südliches Ostallgäu und der Medipolis Akademie wird es möglich, die Angst vor dem Sterben zu verringern und die Mitmenschlichkeit am Lebensende zu fördern. Denn letztlich ist die Sterbebegleitung nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance, Menschlichkeit und Empathie im Angesicht des Lebensendes zu zeigen.
Für weitere Informationen zu den Letzte-Hilfe-Kursen können Interessierte die Webseite der Allgäuer Zeitung besuchen oder sich direkt an die Letzte Hilfe wenden.



