Heute ist der 8.04.2026. Der Forggensee, der größte künstlich angelegte Stausee Deutschlands, zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher in die malerische Region rund um Füssen im Ostallgäu. Mit einer beeindruckenden Fläche von 15,2 Quadratkilometern übertrifft er nicht nur den Edersee (11,8 km²) und die Möhnetalsperre (10,4 km²), sondern ist zudem der fünftgrößte See in Bayern. Der Forggensee liegt auf etwa 780 Metern über Normalnull und bildet die zweite Staustufe im Verlauf des Lechs. Ein Blick auf das Schloss Neuschwanstein von den Ufern des Sees aus ist für viele Besucher ein unvergessliches Erlebnis.

Die Geschichte des Forggensees ist eng mit dem Bau des Lechspeichers verbunden, der 1950 begann, trotz Protesten von Anliegern. Der Staudamm bei Roßhaupten wurde 1954 fertiggestellt und veränderte die Landschaft nachhaltig. 32 bewohnte Gebäude wurden überflutet, und 256 Einwohner mussten ihre Heimat verlassen. Der Bau war in den frühen 1950er Jahren die größte Baustelle Europas, auf der bis zu 1000 Arbeiter beschäftigt waren. Der Forggensee hat nicht nur eine wichtige Funktion für die Stromerzeugung, jährlich werden hier etwa 150 Millionen Kilowattstunden Strom produziert, sondern dient auch dem Hochwasserschutz am Lech.

Besonderheiten und Nutzung

Der Forggensee wird im Sommer komplett aufgestaut und bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten wie Segeln, Surfen, Angeln und Schwimmen. In den Wintermonaten hingegen wird der Wasserspiegel zur Hochwasserregulierung abgesenkt, was einige alte Gebäude und Straßen sichtbar werden lässt. Diese saisonalen Schwankungen des Wasserstandes sind ebenso faszinierend wie herausfordernd für die lokale Flora und Fauna. Der Forggensee hat das größte Einzugsgebiet aller bayerischen Seen mit 1596,66 km², und der Lech, der größte Zufluss, hat einen mittleren Abfluss von 65,7 m³/s.

Aktuell liegt der Wasserstand des Forggensees bei 775,66 Metern über Normalnull. Im Jahr 2022 erreichte er kurz vor Saisonbeginn sein Stauziel von 780,20 Metern, und in den Wintermonaten 2024/2025 war der See sogar mit Wasser gefüllt, was einen außergewöhnlichen Anblick bot. Die Nutzung des Sees beschränkt sich nicht nur auf den Wassersport; er ist auch ein bedeutendes Fischereigewässer, in dem verschiedene Fischarten heimisch sind, und bietet einen Lebensraum für zahlreiche Wasservögel.

Ein Ort der Erholung und Natur

Der Forggensee ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein Ort der Erholung. Die landschaftliche Schönheit und die Möglichkeit, die Natur hautnah zu erleben, ziehen jedes Jahr Menschen aus der ganzen Region und darüber hinaus an. Mit Fahrgastschiffen wie der „MS Allgäu“ und der „MS Füssen“ können Besucher die beeindruckende Kulisse des Allgäus vom Wasser aus genießen. Zudem gibt es zahlreiche Badestellen, die den See zu einem der fünf größten Badeseen im Allgäu machen.

Die Geschichte und die Nutzung des Forggensees sind ein faszinierendes Beispiel dafür, wie menschliche Eingriffe in die Natur sowohl Herausforderungen als auch Chancen bieten. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Forggensee in den kommenden Jahren entwickeln wird und welche neuen Facetten dieser wunderbare Ort zu bieten hat. Für weitere Informationen über den Forggensee und seine Umgebung, besuchen Sie bitte die Allgäuer Zeitung und die Wikipedia-Seite.