Am Forggensee, dem größten künstlich angelegten Stausee Deutschlands, geht es gerade hoch her. Mit einer Fläche von 15,2 Quadratkilometern, liegt er malerisch bei Füssen im Ostallgäu, wo Natur und historische Bauwerke, wie das Schloss Neuschwanstein, aufeinandertreffen. Der Forggensee ist nicht nur ein beliebtes Ziel für Ausflügler und Wassersportler, sondern spielt auch eine zentrale Rolle in der Energieversorgung und beim Hochwasserschutz in der Region. Wie Allgäuer Zeitung berichtet, hat der See, der durch die Staustufen im Verlauf des Lechs seine Bedeutung erlangte, einen aktuellen Wasserstand von 776,92 Metern über Normalnull (Stand: 19. März, 16 Uhr).
Seit der Fertigstellung des Forggensees im Jahr 1954, nach einem gewaltigen Bauprojekt, bei dem über 1000 Arbeiter beschäftigt waren, hat sich die Nutzung des Sees stark gewandelt. Ursprünglich als Kopfspeicher für Wasserkraftwerke angelegt, bietet er auch heute noch jährlich etwa 150 Millionen Kilowattstunden Strom, ausreichend für 130.000 Menschen. Nach den Schneeschmelzen wird der See im Winter abgelassen und muss bis zum 1. Juni wieder aufgestaut werden, um seine maximale Höhe zu erreichen. Die kontinuierlichen Anpassungen der Hochwassermanagement-Strategien zeigen, wie sehr man im Allgäu auf der Hut vor den Launen der Natur ist. So wurde etwa seit 1999 ein Rückhaltevolumen von 15 Millionen Kubikmetern eingerichtet, um die umliegenden Ortschaften zu schützen, wie auf der Website des Wasserwirtschaftsamtes Kempten nachzulesen ist.
Ein Paradies für Wassersportler und Naturliebhaber
Der Forggensee zieht nicht nur Einheimische und Touristen zum Baden und Entspannen an, sondern gilt auch als echtes Wassersportparadies. Zum Beispiel haben sich die Freunde Stefan und Vivien aus Norddeutschland beim Stand-up-Paddeln in den besten Jahren des Sees immer wieder neu entdeckt. Und das, obwohl die Herausforderungen eines geteilten Gewässers zwischen Wassersportlern und Ausflugsschiffen wie der „MS Füssen“ durchaus ihre Tücken haben können. Kapitän Harry Keller schildert, dass das Fahren mit großen Schiffen besondere Aufmerksamkeit erfordert, und empfindet seinen Job als einen wahren Traum.
Der Forggensee hat nicht nur seinen Reiz durch Wassersport und Ausflüchtler, sondern auch durch die beeindruckende Natur, die ihn umgibt. Tao, Lisa und Philipp Freisl haben sich in der Yachtschule in Dietringen kennengelernt und am Forggensee geheiratet. Für Philipp ist der Forggensee ein Kraftort und zählt für viele zu den schönsten Plätzen in Deutschland. Wildcampen ist ja bekanntlich nicht erlaubt, doch das hält viele nicht davon ab, die Schönheit der Umgebung zu genießen.
Herausforderungen und Naturschutz
Trotz der Schönheit, sind die Anlieger des Forggensees immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert, insbesondere in Bezug auf Naturschutzbestimmungen. Polizeikontrollen im Sommer sind vielen bekannt und weisen darauf hin, dass Verständnis und Unverständnis oft nah beieinander liegen. Ein Bußgeld von bis zu 1.500 Euro kann Gästen auferlegt werden, die beim Camping im Landschaftsschutzgebiet erwischt werden. Dabei ist Wildcampen nicht die einzige Herausforderung – auch bei Polizeikontrollen während der Urlaubszeit kommt es hin und wieder zu handgreiflichen Auseinandersetzungen.
Die Anlieger und die Polizei sind sich jedoch einig: Der Schutz der einzigartigen Natur rund um den Forggensee liegt uns allen am Herzen. Um diesen Ort zu bewahren, bemühen sich die Behörden inständig, die Regeln durchzusetzen. Mit dieser Balance aus Naturschutz und Freizeitvergnügen wird der Forggensee auch in Zukunft ein beliebtes Ziel bleiben, wo man die Seele baumeln lassen kann und einzigartigen Naturgenuss findet.



