Blasmusik hat in Bayerisch-Schwaben eine lange Tradition und ist tief in der Kultur der Region verwurzelt. Der Allgäu-Schwäbische Musikbund (ASM) feiert 2023 sein 100-jähriges Bestehen, ein Anlass, der nicht nur die Geschichte der Blasmusik würdigt, sondern auch die Zukunft der musikalischen Gemeinschaft in den Fokus rückt. Sandra Jörg, jetzt Sandra Settele, ist ein Beispiel für die Generationen, die mit Blasmusik groß geworden sind. Ihr Vater dirigierte die Dorfkapelle, und so begann sie schon im Alter von neun Jahren mit Querflöte und später mit Trompete. Mit 28 Jahren übernahm sie die Kapelle von ihrem Vater und engagiert sich nun auch im Führungsteam des ASM.

Der ASM ist ein beeindruckendes Netzwerk von fast 40.000 aktiven Blasmusikanten in der Region und vereint 640 Vereine sowie über 1000 Kapellen und Ensembles. Insgesamt unterstützt der Verband nahezu 88.000 Mitglieder, darunter 48.000 Förderer. Die Blasmusik wird in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten gespielt und ist in der Region weit verbreitet. Christoph Lang, Bezirksheimatpfleger, stellte fest, dass etwa 2% der Schwaben in Blasmusikvereinen aktiv sind, und erfreulicherweise ist ein Drittel der Mitglieder des ASM unter 18 Jahre alt.

Feierlichkeiten und Ausstellungen

Die Jubiläumsfeierlichkeiten des ASM beinhalten einen Festgottesdienst sowie Konzerte in mehreren Städten, um das 100-jährige Bestehen gebührend zu feiern. Eine besondere Ausstellung im Museum Oberschönenfeld wird die Geschichte der Blasmusik in der Region beleuchten und den Besuchern einen Einblick in die Entwicklung und die kulturelle Bedeutung der Blasmusik geben. In den letzten Jahrzehnten hat der ASM einen bemerkenswerten Wandel durchlaufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Verband einen Aufschwung, nicht zuletzt durch die Integration von Vertriebenen, und in den 1960er Jahren begannen zunehmend Frauen, aktiv in die Blasmusik einzutreten. Heute machen sie fast die Hälfte der Mitglieder aus, und Centa Theobald, eine der ersten Frauen im ASM, ist heute Vizepräsidentin.

Ein wichtiger Aspekt für die Zukunft ist die Herausforderung, die Blasmusik für junge Menschen attraktiv zu halten. Sandra Settele betont die Notwendigkeit, neue Wege zu finden, um die Jugend zu begeistern, besonders angesichts der wachsenden Konkurrenz durch digitale Medien. Der ASM sieht sich der Tradition verpflichtet, möchte aber auch modern bleiben und neue Wege beschreiten.

Modernisierung und Datenschutz

In der heutigen Zeit ist es auch wichtig, die digitale Präsenz der Blasmusikvereine zu stärken. Der ASM hat Maßnahmen ergriffen, um die Website an die modernen Bedürfnisse der Nutzer anzupassen. So wird bei der Aktivierung der Videofunktion darauf hingewiesen, dass Daten an YouTube übermittelt werden können, was unter den Datenschutzbestimmungen der EU geschieht. Nutzer haben die Kontrolle über ihre Daten und können jederzeit ihre Einwilligung widerrufen, um die Datenübermittlung zu unterbinden. Diese Transparenz ermöglicht es den Mitgliedern, informierte Entscheidungen zu treffen, während sie die zahlreichen Inhalte der Website in vollem Umfang genießen können.

Die Kombination aus einer reichen Tradition und modernen Ansätzen zeigt, wie dynamisch der ASM ist und wie wichtig es ist, die Blasmusik im Allgäu und Schwaben für zukünftige Generationen relevant zu halten. Die anstehenden Jubiläumsfeiern und die innovative Nutzung digitaler Medien sind Schritte in die richtige Richtung, um diese Kunstform lebendig zu halten.

Für weitere Informationen über die Aktivitäten und das Engagement des ASM kann die offizielle Website des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes besucht werden hier.