Im Landkreis Oberallgäu wird es am 15. April 2026 wieder ernst: Ein Blitzermarathon steht an, Teil einer europaweiten Verkehrssicherheitsaktion. Die Aktion, die um 6 Uhr morgens beginnt und bis zum Donnerstagfrüh dauert, wird vom Polizeipräsidium Schwaben Nord organisiert und beinhaltet zahlreiche Messstellen in der Region. Das Ziel ist klar: Die Verkehrssicherheit erhöhen und Fahrer:innen für die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit sensibilisieren.
Insgesamt sind im Oberallgäu folgende Messstellen vorgesehen:
- Kempten, Aybühlweg 67, Tempolimit 30
- Kempten, Lindauer Straße 35, Tempolimit 30 (zeitlich begrenzt)
- Oberstdorf, Stillachstraße, Tempolimit 50
- Oberstdorf, Hermann-von-Barth-Straße, Tempolimit 30
- Oberstdorf, Alpgaustraße, Tempolimit 30
- Oberstdorf, Im Steinach, Tempolimit 30
- Oberstdorf, K OA 4, Ab 100, km 0,1, Tempolimit 70
- Fischen i. Allgäu, B19, Ab 140, km 2,5, Tempolimit 80
- Obermaiselstein, K OA 9, Ab 100 km 15,88, Tempolimit 60
- Sonthofen (OT Altstädten), Thalhofer Straße, Tempolimit 30
- Bad Hindelang, B 308 Ab 500 km 0,1, Tempolimit 50
- Bad Hindelang, B 308 Jochstraße, Tempolimit 50
- Sonthofen, Östliche Alpenstraße, Tempolimit 50
- Oberstaufen, St2005, Tempolimit 70/100
- Immenstadt, St2006, Tempolimit 60
- Immenstadt, OA5, Tempolimit 50
- Missen-Wilhams, St2007, Tempolimit 70
- Buchenberg, St 2055, Abschnitt 140, km 1.8 – 2.4, Tempolimit 100
- Buchenberg, St 2055, Abschnitt 190, 2.1 – 2.4, Tempolimit 70
- Burgberg im Allgäu, B 19, Abs. 220, km 2,260, Ri. Oberstdorf, Tempolimit 120
Ein Erfolg auf ganzer Linie?
Auch die Verkehrssicherheitsaktion dieser Art ist nicht nur eine lokale Angelegenheit: Der Blitzermarathon in Bayern wird von einer bundesweiten „Speedweek“ begleitet, welche vor allem auf unfallträchtigen Strecken, in der Nähe von Schulen und Krankenhäusern durchgeführt wird. Soll heißen: Überall in Deutschland wird gecheckt, ob sich die Autofahrer:innen an die Geschwindigkeitsvorgaben halten. So auch in anderen europäischen Ländern, beispielsweise Tschechien und Kroatien, die sich ebenfalls an dieser Aktion beteiligen. Laut Tagesschau nehmen fast alle Bundesländer teil, lediglich das Saarland bleibt außen vor.
Aber was bringt die ganze Mühe? Die Forschung ist sich uneinig über die langfristige Wirksamkeit solcher Blitzermarathons. Eine Studie der Universität Passau legt nahe, dass diese temporären Kontrollen nur kurzfristig für bessere Regelbefolgung sorgen. Dennoch bleibt der Blitzermarathon ein wichtiges Signal: Der Straßenverkehr ist nicht zu unterschätzen, und auch hier im Allgäu gibt es Gründe zur Wachsamkeit. Im vergangenen Jahr starben in Nordschwaben 37 Menschen in schweren Verkehrsunfällen – ein trauriger Rekord.
Strafen und Regeln im Blick
Über Geschwindigkeitsübertretungen für die Teilnehmer:innen des Blitzermarathons gibt es klare Regeln: Bei Verstöße können Bußgelder, Punkte in Flensburg und sogar Fahrverbote drohen. Des Weiteren ist die Nutzung von Blitzer-Apps während der Fahrt untersagt, was bei Verstößen eine Geldbuße von 75 Euro sowie einen Punkt in Flensburg nach sich ziehen kann. In Bayern werden die Kontrollstellen auch interaktiv bekannt gegeben, was in vielen anderen Bundesländern nicht der Fall ist.
Ob diese Verkehrssicherheitsaktion letztlich zu einem Rückgang der Unfälle führt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Der Blitzermarathon am 15. April 2026 ist nicht nur ein Test für die Autofahrer:innen im Landkreis Oberallgäu, sondern auch ein Beitrag zu einer sichereren Verkehrskultur in Deutschland und darüber hinaus.