Bahn-Chaos im Allgäu: Schüler leiden unter ständigen Verspätungen!
Schüler im Oberallgäu leiden unter Zugverspätungen und Ausfällen. Warum sind die Bahnverbindungen so unzuverlässig?

Bahn-Chaos im Allgäu: Schüler leiden unter ständigen Verspätungen!
Das Bahnchaos im Allgäu schlägt nicht nur Wellen in der Presse, sondern sorgt auch dafür, dass Schülerinnen und Schüler regelmäßig zu spät zum Unterricht kommen. Häufige Ausfälle und Verspätungen bei der Deutschen Bahn sind ein wiederkehrendes Thema, das nimmer enden will. Der Schulweg von Oy-Mittelberg nach Kempten gehört zu den herausforderndsten, wie ein Video-Beitrag des Bayerischen Rundfunks zeigt. Eine Familie aus Pfronten leidet besonders unter den ständigen Bahnproblemen. Die Mutter beschreibt den Schulweg als stressig, während ihre Tochter klagt, dass sie wegen Zugverspätungen häufig Schulaufgaben verpasst.
Die Bahnverbindung zwischen Pfronten und Kempten, Teil der Außerfernbahn, wird stündlich von einer eingleisigen Diesellok bedient – ein Umstand, der leider oft zu Verspätungen führt. Die Deutsche Bahn nennt als Hauptgrund den anspruchsvollen Gleisuntergrund in der Alpenregion. Tatsächlich hat sich die Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs im Allgäu im Jahr 2024 weiter verschlechtert: Laut der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) hat das Dieselnetz Allgäu mit einer Ausfallquote von 14,5 Prozent die höchste Rate in Bayern zu verzeichnen.
Schüler und Eltern leiden
In einem Land, wo man oft auf die Bahn setzt, könnte die Situation nicht frustrierender sein. Die gesamte landesweite Pünktlichkeitsquote sank auf 85,3 Prozent, und ein erheblicher Teil der Verkehrsleistungen, nämlich 8,0 Prozent, fielen ganz aus. Die BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs bezeichnet die momentane Lage als die schlechteste Bilanz seit der Regionalisierung vor 30 Jahren. So müssen die Kinder oft auf Elterntaxis zurückgreifen, um rechtzeitig in die Schule zu kommen.
Die Ursachen für die unzuverlässigen Bahnverbindungen? Fachkräftemangel in Werkstätten und eine marode Infrastruktur führen zu nicht planmäßigen Wartungen, was schließlich zu Streichungen von Zugverbindungen oder der Notwendigkeit von Ersatzkonzepten führt. Der Verkehrsminister Christian Bernreiter fordert dringende Investitionen, besonders in die ländlichen Bahnstrecken, um das Ruder herumzureißen. Immerhin: In manchen Teilnetzen wie Ostallgäu-Lechfeld liegt die Ausfallquote mit nur 1,5 Prozent vergleichsweise niedrig.
Die Verantwortlichkeiten
Besonders besorgt zeigt sich auch die Landrätin Indra Baier-Müller (Freie Wähler) über die Misere und hat sich direkt an Bernreiter gewandt, um ein Umdenken und eine Verbesserung der Situation zu bewirken. Enttäuschend bleibt jedoch die Tatsache, dass es derzeit keine klare Zuständigkeit gibt, und die Kinder weiterhin auf ihre Eltern angewiesen sind, wenn es darum geht, pünktlich zur Schule zu kommen.
Die Probleme scheinen alles andere als schnell gelöst werden zu können. Laut Berichten ist ein Großteil der Probleme in Bayern infrastrukturell bedingt, wobei technische Störungen an Gleisen, Weichen und Signalanlagen sowie unzählige Baustellen an der Tagesordnung sind. Wo bleibt die Lösung für das üble Bahnchaos, das nicht nur Schüler trifft, sondern auch pendelnde Arbeiter und Reisende? Die Hoffnung auf baldige Besserung ist begrenzt, auch wenn der Bund mit dem Sondervermögen Infrastruktur Unterstützung verspricht.
Weitere Informationen dazu finden Interessierte bei Merkur und AllgäuHit.