Ein 55-jähriger Autofahrer sorgte kürzlich an der Abzweigung zwischen Lauf und Diepersdorf für Aufsehen, nachdem er versuchte, die Spur zu wechseln – allerdings nicht in die übliche Weise. Er fuhr rückwärts mit seinem Skoda, um auf die Geradeausspur zu gelangen. Dabei hatte er sich zuvor irrtümlich an die Abbiegerspur nach links eingeordnet, um in Richtung Industriegebiet zu fahren. Als ihm sein Fehler auffiel, versuchte er, das Missgeschick zu berichtigen.
Doch was als einfache Korrektur gedacht war, endete in einem kleinen Unfall. Bei seinem Rückwärtsmanöver übersah der Fahrer einen hinter ihm haltenden VW eines 70-Jährigen. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen dem Skoda und dem VW, der glücklicherweise ohne Verletzte ausging. Laut Polizeibericht entstand an beiden Fahrzeugen ein Schaden von rund 1.000 Euro, was für die Beteiligten ein ärgerliches, jedoch überschaubares Malheur darstellt. NN.de berichtet, dass …
Rückwärtsfahren: Ein heikles Thema
Diese kleine Verkehrssituation wirft auch ein größeres Licht auf die Risiken des Rückwärtsfahrens. Dass es sich dabei um einen gefährlichen Fahrvorgang handelt, wissen viele; der Rückwärtsfahrende hat die Pflicht, andere Verkehrsteilnehmer und Sachen nicht zu gefährden. Statistisch spricht der Anscheinsbeweis oft gegen den Rückwärtsfahrenden, der in der Regel für Unfälle verantwortlich ist, die mit Rückwärtsbewegungen zusammenhängen. Zudem gilt: Wer hinter seinem Fahrzeug den Überblick verliert, sollte besser einen Einweiser hinzuziehen.
Generell sind die rechtlichen Rahmenbedingungen klar: Rückwärtsfahren wird als grob verkehrswidrig angesehen, wenn man nicht sicherstellt, dass der Raum hinter dem Fahrzeug frei ist. So hat beispielsweise das OLG Brandenburg in einem Urteil festgelegt, dass der Rückwärtsfahrende für Schäden an anderen Fahrzeugen haftet. Dies wurde auch in zahlreichen weiteren Urteilen bestätigt, die die Verantwortung des Rückwärtsfahrenden betonen.
Rückwärtsfahren kann auch in Einbahnstraßen problematisch sein. Hier ist es wichtig, äußerst aufmerksam zu sein. Schließlich ist das eigene Wohlbefinden und das der anderen Verkehrsteilnehmer in einer solchen Situation absolute Priorität.
Der Vorfall bei Lauf und Diepersdorf zeigt, dass ein kleiner Moment der Unachtsamkeit große Folgen haben kann. Autofahrer sollten sich immer der Gefahren bewusst sein, die mit Rückwärtsfahren verbunden sind, um solche Missgeschicke zu vermeiden.