Altdorf plant eigene Flüchtlingsunterkunft – Anwohner reagieren prompt!
Im Nürnberger Land schließt die Asylunterkunft in Lauf, während in Altdorf neue Gebäude für Geflüchtete entstehen.

Altdorf plant eigene Flüchtlingsunterkunft – Anwohner reagieren prompt!
Im Landkreis Nürnberger Land stehen Veränderungen im Bereich der Asylunterkünfte an, die durchaus für Aufregung sorgen. So wird die bestehende Asylunterkunft in Lauf geschlossen. Der Grund für diesen Schritt ist ein deutlicher Rückgang der Ankünfte von Asylbewerbern. Dennoch gibt es Lichtblicke: In Altdorf werden vier neue Gebäude errichtet, die insgesamt Platz für etwa 100 Personen bieten. Diese neuen Unterkünfte sollen auf dem Gelände der ehemaligen FAKS entstehen, wie NN berichtet.
Doch das ist noch nicht alles, was in der Region passiert. Eine Bürgergruppe in Altdorf hat Pläne für eine alternative Flüchtlingsunterkunft geschmiedet. Geplant ist ein Umzug in ein Zweifamilienhaus im Ortsteil Röthenbach, das Platz für 32 Personen bieten soll. Die Initiative möchte das Haus eigenständig betreiben und hat bereits ein Unternehmen mit dem Umbau und dem Betrieb beauftragt. Diese Idee sorgt für Diskussionen unter den Anwohnern, die sich um die Mitsprache in der Gestaltung ihrer Gemeinde sorgen, wie der Merkur berichtet.
Bürgerinitiative und ihre kritischen Stimmen
Die Anwohner sind jedoch nicht unkritisch. Sie haben eine Online-Petition mit dem Titel „Bürgermodell bei Geflüchtetenunterkünften statt Gewinnmaximierung!“ ins Leben gerufen, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Sie beklagen, dass die Vergabe an ein Unternehmen den Bürgern die Möglichkeit nimmt, aktiv bei der Gestaltung der Unterkunft mitzuarbeiten. Zudem befürchten sie eine hohe Belegung in einem nicht geeigneten Gebäude. Pro Asyl und der Bayerische Flüchtlingsrat unterstützen diese kritischen Stimmen ebenfalls und mahnen an, dass die Auslagerung an gewinnorientierte Unternehmen problematisch ist.
Nico Böhme, Abteilungsleiter im Landratsamt Nürnberger Land, erklärt, dass die Unterbringung von Flüchtlingen mehr Herausforderungen mit sich bringt als man auf den ersten Blick denkt. Er hebt hervor, dass die Bedürfnisse der Geflüchteten weit über die reine Bereitstellung von Wohnraum hinausgehen. Ministerpräsident Markus Söder hat unterdessen die bayerischen Städte dazu aufgerufen, mehr Geflüchtete aufzunehmen, um ländliche Räume zu entlasten. Doch die Anwohnerinitiative möchte aktiv in den Prozess der Unterbringung mitwirken und glaubt, dass sie dies letztendlich kostengünstiger umsetzen können.
Eine neue Perspektive für Altdorf
In Altdorf könnte nun ein bayerisches Vorzeigeprojekt entstehen, denn ein solches Bürgerbetriebsmodell für Flüchtlingsunterkünfte gibt es in der Region bisher nicht. Die Initiative plant, weitere Gespräche mit dem Landratsamt zu führen, um ihre Ideen und Vorschläge einbringen zu können. Wie es sich mit der Umsetzung der neuen Unterkunft verhält, bleibt abzuwarten, aber die Diskussionen zeigen deutlich, dass in der Gemeinde ein großes Interesse an einer aktiven Mitgestaltung besteht.