Die Silvesternacht ist für viele Nürnberger ein Grund zum Feiern, doch die morgendliche Realität nach dem Feuerwerk ist oft eine andere. Am 1. Januar 2026 hat der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) rund 18 Tonnen Müll, der aus abgebranntem Feuerwerk und anderen Überbleibseln resultierte, aus der Innenstadt entfernt. Sör hat dazu 32 fleißige Mitarbeiter mobilisiert, die bereits ab 4 Uhr morgens im Einsatz waren. Die Reinigungsaktion begann am Lorenzer Platz und erstreckte sich über die Straßen und Plätze der Altstadt, wo viele Böllerreste und andere Abfälle beseitigt werden mussten.Nürnberg berichtet, dass …
Abgebranntes Feuerwerk, Feuerwerksbatterien, Müll und Flaschen – die Bilanz an Müll nach Silvester ist beträchtlich. Etliche sperrige Gegenstände, die sich auf den Straßen fanden, mussten von Hand eingesammelt werden. Um die Effizienz zu steigern, setzte Sör Kleinkehrmaschinen sowie zwei Großfahrzeuge der Straßenreinigung ein. Dennoch haben die winterlichen Bedingungen, insbesondere der starke Schneefall, dazu geführt, dass der Winterdienst derzeit Priorität vor der Straßenreinigung hat. Solange die Aufräumarbeiten andauern, bittet Sör die Bevölkerung um Mithilfe, ihre Feuerwerksreste selbst zu entsorgen, so eine Pressemitteilung der Stadt.
Feuerwerksmüll und seine Folgen
Die Menge an Müll, die jedes Jahr in Deutschland nach Silvester anfällt, macht deutlich, welch große Herausforderung die Entsorgung darstellt. Jährlich werden über 42.000 Tonnen Feuerwerkskörper nach Deutschland importiert, was nicht nur zu einer enormen Müllmenge beiträgt, sondern auch gesundheitliche und umweltliche Probleme mit sich bringt. Dies zeigt sich nicht zuletzt in den hohen Feinstaubwerten, die rund um den Jahreswechsel in vielen Städten auf über 1000 µg/m³ ansteigen. Zum Vergleich: Der Jahresdurchschnitt liegt nur bei 15-18 µg/m³. Diese Situation führt dazu, dass mehr als 59% der Bevölkerung ein Ende der privaten Böllerei fordern, wie die Deutsche Umwelthilfe aufzeigt.
Das Feiern mit Feuerwerk hat auch seine Schattenseiten. Jährlich gibt es tausende Verletzungen, darunter gravierende Augen- und Handverletzungen. Besonders gefährdet sind Kinder und Unbeteiligte. Im Jahr 2024 wurden über 800 Augenverletzungen registriert, von denen 40% bei Kindern und Jugendlichen auftraten. Darüber hinaus bringen Feuerwerkskörper ein erhöhtes Brandrisiko mit sich und belasten die Rettungsdienste, die schon oft aggressiven Angriffen ausgesetzt waren. Ein Feuerwerksverbot könnte diese Gefahren erheblich reduzieren und gleichzeitig die Sicherheit für Menschen und Tiere erhöhen.
Ein Blick in die Zukunft
Angesichts der besorgniserregenden Entwicklungen wird ein landesweites Verbot für Feuerwerk der Kategorie F2 für Privatpersonen ab dem Jahreswechsel 2026/2027 angestrebt. Dies könnte sowohl die Gesundheit der Bevölkerung als auch die Tierwelt entlasten. Die Regierung wird zunehmend in die Pflicht genommen, die bestehende Sprengstoffverordnung zu überarbeiten und klare Regeln für Feuerwerksverbote zu schaffen. In anderen europäischen Städten wie Turin, Paris und Brüssel findet man bereits Alternativen wie Licht- und Drohnenshows, die die Luftqualität nicht belasten und das Traditionelle neu interpretieren.
Die Gedanken über die Zukunft des Silvesterspektakels lassen viele hoffen, dass man auch ohne den Lärm und Müll des Feuerwerks ins neue Jahr starten kann. In Nürnberg wird die Diskussion um ein solches Verbot sicherlich nicht enden, während die Nürnberger jetzt erst einmal damit beschäftigt sind, die Spuren der Silvesternacht zu beseitigen und ihre Stadt für das neue Jahr herauszuputzen.



