Heute ist der 2.03.2026 und die Augen der bayerischen Bürger sind auf die bevorstehenden Kommunalwahlen am 8. März 2026 gerichtet. In der Region Neumarkt in der Oberpfalz wird die Verantwortung der Kommunalpolitik besonders deutlich, da die lokale Wirtschaft auf eine vorausschauende Wirtschaftspolitik angewiesen ist. Dies betonen auch die IHK-Gremiumsvorsitzende Ursula Hammerbacher, IHK-Präsident Christian Volkmer und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes in einer kürzlich veröffentlichten Broschüre mit dem Titel „Wirtschaft mitdenken!“, die die zentralen Forderungen der regionalen Wirtschaft zusammenfasst. Dabei werden Themen wie Energieversorgung, Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Mobilität und Standortentwicklung als besonders wichtig hervorgehoben.
Eine der größten Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, ist die Bürokratie, die für viele Betriebe als Wachstumsbremse angesehen wird. Um dem entgegenzuwirken, sollten kommunale Handlungsspielräume stärker genutzt werden, beispielsweise durch wirtschaftsfreundliche Satzungen und zügige Genehmigungen. Zudem wird eine serviceorientierte Verwaltung als Standortvorteil hervorgehoben, die für Unternehmen in der Region entscheidend ist.
Energieversorgung und Fachkräftemangel
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Energieversorgung. Diese muss nicht nur sicher und bezahlbar, sondern auch klimafreundlich sein. Kommunen tragen hier eine entscheidende Verantwortung beim Ausbau erneuerbarer Energien. Dies ist besonders bedeutend, da der Fachkräftemangel in der Region Oberpfalz-Kelheim bis 2028 zu Wertschöpfungsverlusten von bis zu 3,5 Milliarden Euro führen könnte. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften betrifft dabei nicht nur die klassischen Branchen, sondern ist auch ein Hemmnis für die Energiewende in Deutschland.
Eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) prognostiziert bis 2030 einen Mangel von 560.000 Fachkräften für den Ausbau erneuerbarer Energien. Rund 250 Berufe sind für den Ausbau von Solar- und Windenergie sowie Wasserstoff wichtig. Dabei sind dual ausgebildete Kaufleute, Industriemeister und Ingenieure von zentraler Bedeutung. Das Fehlen von Fachkräften in „nicht-grünen“ Branchen kann ebenfalls die Energiewende verzögern, was die Dringlichkeit einer umfassenden Fachkräftesicherung unterstreicht.
Wettbewerbsfähigkeit und Infrastruktur
Die Herausforderungen, vor denen die bayerischen Unternehmen stehen, sind vielfältig. In der wirtschaftlich starken Region Bayern haben Kommunen und Betriebe mit einer Strukturkrise zu kämpfen, die sich in sinkender Produktion und steigender Arbeitslosigkeit äußert. Der Kongress „Zukunft gestalten: Kommunale Arbeitsmärkte und Migration“ diskutiert Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen und beleuchtet sowohl infrastrukturelle als auch gesellschaftliche Aspekte der Arbeitsmarktentwicklung.
Besonders wichtig ist der Ausbau der regionalen Infrastruktur, insbesondere im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und bezahlbaren Wohnraums. Diese Faktoren sind entscheidend, um Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden. Darüber hinaus müssen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Stärkung von Integrationsangeboten für ausländische Arbeitskräfte in den Fokus rücken, um den Zugang zu qualifizierten Beschäftigten langfristig zu sichern.
Die aktuelle Datenlage zeigt zwar eine leichte Beschäftigungssteigerung, dennoch wird auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit bis 2025 prognostiziert. Branchenanalysen belegen, dass besonders in den Bereichen Verkaufsfachkräfte, IT, Pflege, Gesundheitsberufe und Erzieher eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften besteht, wobei viele Stellen unbesetzt bleiben. Die Prognosen deuten zudem auf einen steigenden Stellenüberhang bis 2028 hin, was den Wettbewerb um Fachkräfte weiter verschärfen könnte.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind gezielte Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung und die Integration älterer Arbeitskräfte von entscheidender Bedeutung. Eine aktive Rolle der Kommunen in der lokalen Wirtschafts- und Arbeitsmarktstrategie wird als notwendig erachtet, um Handlungsspielräume zu stärken und die wirtschaftliche Zukunft der Region zu sichern. Der Weg zur Lösung ist klar, doch der Erfolg hängt von der gemeinsamen Verantwortung aller Akteure ab.
Für weitere Informationen zu den Herausforderungen und Forderungen der regionalen Wirtschaft vor der Kommunalwahl lesen Sie den vollständigen Artikel auf Neumarkt Aktuell.