Roter Stuhl in Neumarkt: Mahnmal gegen Gewalt an Frauen wirkt!
Ein roter Stuhl in Neumarkt erinnert an Frauenopfer von Gewalt und sensibilisiert für das Thema Femizid und häusliche Gewalt.

Roter Stuhl in Neumarkt: Mahnmal gegen Gewalt an Frauen wirkt!
In Neumarkt wurde ein roter Stuhl aufgestellt, der als stilles Mahnmal gegen Gewalt an Frauen dient. Dieser Stuhl ist anonym und könnte leicht übersehen werden, doch gerade das soll dazu beitragen, die Aufmerksamkeit auf die ernsten Themen von Femiziden und Gewalt gegen Frauen zu lenken. Laut den Berichten von nn.de sind die Statistiken in diesem Bereich oft lückenhaft, was es schwierig macht, das volle Ausmaß der Problematik zu erkennen.
Das stille Mahnmal rekurriert auf eine weitreichende Thematik. In Italien, wie italien.news berichtet, wird ab dem 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, ein ähnlicher roter Stuhl im Eingangsbereich des Südtiroler Landtags platziert. Diese symbolische Aktion trägt den Titel „Posto occupato“ oder „Besetzter Platz“ und zielt darauf ab, Frauen zu gedenken, die durch Femizide aus der Gesellschaft gerissen wurden. Landtagspräsident Arnold Schuler beschreibt diese tödliche Gewalt als „die Spitze eines Eisberges“. In Italien wird alle drei Tage eine Frau durch Femizid getötet, was die alarmierende Dringlichkeit dieser Initiative unterstreicht.
Einblick in die Realität
Die alarmierenden Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2024 suchten in Südtirol 832 Frauen aktiv Unterstützung in Gewaltsituationen. Im gesamten Jahr 2025 wurden bereits 73 Frauen getötet, wovon 60 im familiären oder emotionalen Nahbereich starben. Dabei waren die meisten Täter Partner oder Ex-Partner. Solche Statistiken machen die Bedeutung der Gedenkaktionen mehr als deutlich. Schuler hebt hervor, dass die Botschaft klar sein muss: Keine Form von Gewalt sollte toleriert werden, und das Bewusstsein der Gesellschaft dafür ist unerlässlich.
Das Thema Femizide erstreckt sich über viele Facetten, wie die Bundeszentrale für politische Bildung in ihrer Analyse darlegt. Femizid definiert sich als die Tötung einer Frau ausschließlich aufgrund ihres Geschlechts, was oft während (Ex-)Partnerschaften geschieht. Diese Gewalt spiegelt sich auch in anderen Formen wider und kann psychische, körperliche und sexuelle Dimensionen annehmen. Laut den aktuellen Daten des Bundeskriminalamts wurden 2024 in Deutschland 132 Frauen durch ihre (Ex-)Partner getötet, während fast 188.000 Frauen häusliche Gewalt erlebten.
Gesellschaftliches Bewusstsein schaffen
Die Notwendigkeit für Aktionen wie den roten Stuhl könnte nicht klarer sein. Er steht nicht nur für die individuellen Schicksale der Opfer, sondern konfrontiert uns alle mit den strukturellen Problemen der Gewalt gegen Frauen. Die Berichte zeigen, dass trotz der sichtbaren Bemühungen zur Sensibilisierung, Maßnahmen und adäquate Erfassung der Gewalttaten oft fehlen. Hier muss angesetzt werden, um sowohl Frauen als auch potenziellen Opfern rechtzeitig den Rücken zu stärken und Schutz zu bieten.
Die Umstände, die zu solcher Gewalt führen, sind komplex und oft in hierarchischen Geschlechterverhältnissen verwurzelt, die die Gesellschaft durchziehen. Der rote Stuhl in Neumarkt ist ein eindringlicher Aufruf an alle, nicht wegzuschauen, sondern das Thema aktiv anzugehen. Denn jede Form von Gewalt ist eine zu viel und es bedarf eines breiten gesellschaftlichen Engagements, um sichtbare und nachhaltige Veränderungen zu bewirken.