In der Oberpfalz hat am 6. Februar 2026 die Generalsanierung der Bahnstrecke Nürnberg – Regensburg offiziell begonnen. Diese Maßnahme, die mit einer Vollsperrung von fünf Monaten einhergeht, wurde in Neumarkt von Gerd-Dietrich Bolte, Ulrich Lange und Christian Bernreiter feierlich eingeläutet. Die Bahnstrecke, die eine der verkehrsreichsten in Bayern ist und Teil der europäischen Verkehrsachse Rhein-Donau, wird in den kommenden Monaten umfassend modernisiert, um den Anforderungen des modernen Zugverkehrs gerecht zu werden.

Die Erneuerung umfasst die Instandhaltung von 96 km Gleis, den Austausch von 74 Weichen und die Erneuerung von 81 km Oberleitung. Zudem werden die Innenanlagen von acht Stellwerken saniert und die Strecke für das Zugbeeinflussungssystem ETCS vorbereitet. Besondere Aufmerksamkeit wird der Modernisierung aller 20 Bahnhöfe entlang der Strecke gewidmet, wobei der Fokus auf einem barrierefreien Ausbau liegt. Ab dem 6. Februar bis zum 10. Juli 2026 ist der Zugverkehr zwischen Nürnberg und Regensburg vollständig eingestellt. Ersatzbusse werden auf den Korridoren zwischen den Hauptbahnhöfen eingesetzt, während Änderungen im Nahverkehr auf verschiedenen Linien vorgenommen werden.

Umfangreiche Baumaßnahmen und Herausforderungen

Das Bauvolumen ist beeindruckend und beinhaltet auch die Errichtung von zwei neuen Überleitstellen, die für mehr Flexibilität bei Störungen sorgen sollen. Des Weiteren wird ein Bahndamm bei Deining und eine Brücke bei Burgthann saniert. Die Baumaßnahmen sind nicht ohne Herausforderungen, da die Sperrung als „Stresstest“ für die Infrastruktur bezeichnet wird. Der Verband „Die Güterbahnen“ hat bereits Kritik an der Maßnahme geäußert und fordert bessere Analyseverfahren für zukünftige Korridorsanierungen in Bayern.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Modernisierung der Signal- und Stellwerkstechnik, die die Sicherheit und Zuverlässigkeit im Zugverkehr erhöhen soll. Laut den Planungen werden in den nächsten Monaten auch zusätzliche Busse im Schülerverkehr zwischen Nürnberg und Regensburg eingesetzt, um die Mobilität der Schüler sicherzustellen. Dennoch sind die Auswirkungen auf den Fernverkehr spürbar: Teile der ICE-Züge zwischen Nürnberg und Regensburg werden bis zum 13. Juni über Ingolstadt umgeleitet, was eine Fahrzeitverlängerung von etwa einer Stunde mit sich bringt.

Die Notwendigkeit der Generalsanierung

Die Generalsanierung ist Teil einer umfassenderen Strategie, die darauf abzielt, die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im Schienenverkehr zu verbessern. In der ersten Jahreshälfte 2022 sank die monatliche Pünktlichkeit im Personenfernverkehr auf alarmierende Werte, während die Situation im Güterverkehr ebenfalls kritisch war. Der Schienenverband NEE hat Bedenken hinsichtlich der Zielsetzung der Bundesregierung geäußert, den Anteil der Bahn am Warentransport bis 2030 von 18,3 % auf 25 % zu erhöhen.

Die DB InfraGO hat bereits angekündigt, dass zwischen 2024 und 2030 über 4000 Streckenkilometer grundlegend instand gesetzt werden sollen, um den Zugverkehr pünktlicher zu machen und die verkehrspolitischen Ziele zu erreichen. Die Generalsanierung der Strecke Nürnberg – Regensburg ist dabei ein wichtiger Schritt in diese Richtung und wird dazu beitragen, das ohnehin schon stark ausgelastete Schienennetz für die Zukunft fit zu machen. Die Maßnahmen sollen radikal gebündelt werden, um die Strecken für mehrere Jahre von Baustellen freizuhalten.

Für alle Reisenden und Unternehmen, die auf den Bahnverkehr angewiesen sind, bleibt zu hoffen, dass die Generalsanierung nicht nur die Infrastruktur verbessert, sondern auch die Herausforderungen, die mit den Bauarbeiten verbunden sind, erfolgreich bewältigt werden können. Weitere Informationen zu den Bauarbeiten sind auf der Website der DB InfraGO und in den offiziellen Mitteilungen der Deutschen Bahn zu finden.