Am 18. Juli 2025 hat die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Regensburg ein wichtiges Jubiläum gefeiert: 125 Jahre Handwerkskammern. Dieses Ereignis stellt nicht nur einen historischen Rückblick dar, sondern bietet auch die Möglichkeit, über die Zukunft des Handwerks nachzudenken. Präsident Dr. Georg Haber hob in seiner Rede die zentrale Bedeutung von Aus- und Weiterbildung sowie technischer Innovation hervor und betonte, dass der Fachkräftebedarf auch heute ein aktuelles und dringendes Thema sei.

Die Handwerkskammern haben seit ihrer Gründung im Jahr 1900, die auf die Verbesserung der Ausbildungsqualität und Eindämmung der Gewerbefreiheit abzielte, eine bedeutende Rolle gespielt. Sie agieren als Bindeglied zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, wie Professor Dr. Martin Burgi es treffend als „hidden champions“ bezeichnete. Die Aufgaben der Handwerkskammern sind vielfältig und beinhalten unter anderem das Führen der Handwerks- und Lehrlingsrolle, die Durchführung von Prüfungen und die Bestellung von Sachverständigen.

Die Handwerkskammer als starke Institution

Die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz ist mit 42.475 Betrieben der zweitgrößte Bezirk in Bayern und der drittgrößte in Deutschland. Der wirtschaftliche Einfluss ist beachtlich: Über 219.000 Menschen sind dort beschäftigt, und der Nettoumsatz beläuft sich auf 38 Milliarden Euro. Aktuell befinden sich rund 13.200 Lehrlinge in Ausbildung, was die laufende Unterstützung des Handwerks und die Zukunftssicherung unterstreicht.

Eine strategisch kluge Entscheidung war die Fusion der Handwerkskammern Niederbayern und Oberpfalz im Jahr 1974. Dies hat die Effizienz und Reichweite der Kammer erheblich verbessert. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger lobte die Innovationskraft der Handwerkskammer und deren zentrale Rolle in der regionalen Wertschöpfung, was die Relevanz des Handwerks in der bayerischen Wirtschaft deutlich zeigt.

Ein Blick über die Grenzen hinaus

Ähnlich feierte die Handwerkskammer Berlin ihr 125-jähriges Bestehen. Auch dort wurde die Wandlungsfähigkeit der Institution gewürdigt, die zahlreiche historische Umbrüche wie Industrialisierung, zwei Weltkriege sowie die Teilung und Wiedervereinigung Berlins miterlebt hat. Carola Zarth, Präsidentin der Handwerkskammer Berlin, erinnerte daran, wie wichtig die Betriebe für die Zukunft des Handwerks sind. Zukünftige Ziele umfassen den Ausbau der Beratungsangebote und die Sicherstellung einer hohen Ausbildungsqualität.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, hob die Rolle des Handwerks als Motor für die Stadtentwicklung und Wirtschaft hervor. Auch der Berliner Senat unterstützt diese Branche aktiv mit verschiedenen Programmen zur Förderung von Meistergründungen.

Das Jubiläum der Handwerkskammern ist somit nicht nur eine Feier der Vergangenheit, sondern auch ein Mutmacher für die Zukunft. „Wir müssen weiterhin ein gutes Händchen haben, um das Handwerk in Deutschland stark zu halten“, so könnte man das Gefühl an diesem besonderen Tag zusammenfassen. Es bleibt abzuwarten, welche Entwicklungen die nächsten Jahre bereithalten werden, doch die Weichen sind bereits gestellt.