Der Standort Neuburg-Schrobenhausen und Ingolstadt stehen nach einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) unter Druck. Die befragten Unternehmer bewerteten ihre Region durchweg schlechter als vor zwei Jahren. So erhielt Ingolstadt eine Bewertung von 2,1 und Neuburg-Schrobenhausen erreichte eine Note von 2,3, was einem Rückgang von 0,2 Prozentpunkten entspricht. Angesichts dieser Noten ist die Besorgnis der Unternehmer verständlich, denn die Wettbewerbsfähigkeit der Region ist durch verschiedene Herausforderungen beeinträchtigt. Ganze 69 Prozent der Befragten bezeichnen den Standort als „sehr gut“ oder „gut“, während 7,5 Prozent eine „schlechte“ oder „sehr schlechte“ Note vergeben.

Ein wesentlicher Kritikpunkt an den Bedingungen vor Ort sind die hohen bürokratischen Hürden. Über 27 Prozent der Unternehmen berichteten von großen Belastungen durch langwierige Genehmigungsverfahren und fehlende Gewerbeflächen, die das Wachstum deutlich bremsen. Christian Krömer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, machte darauf aufmerksam, dass dringend Handlungsbedarf besteht, insbesondere beim Bürokratieabbau und der Verbesserung der digitalen Verwaltungsverfahren. Dies wird nicht nur in Neuburg-Schrobenhausen, sondern auch in Ingolstadt bemängelt, wo 81,1 Prozent der Unternehmer sich dennoch wieder für diesen Standort entscheiden würden.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Ingolstadt leidet, ähnlich wie Neuburg-Schrobenhausen, unter einem Mangel an Fachkräften und einer überbordenden Bürokratie. Die hohen Personalkosten und fehlenden Gewerbeflächen werden als ernsthafte Probleme wahrgenommen. Auf den ersten Blick mag die konjunkturelle Lage stabil erscheinen, doch die Rahmenbedingungen sind angespannt und setzen alle Standorte in einen intensiven Wettbewerb. Die Investitionsbereitschaft ist zudem von 19,4 Prozent auf 15,6 Prozent gesunken, während die Pläne für Standortverlagerungen und -aufgaben sprunghaft von 4,1 Prozent auf 11,7 Prozent angestiegen sind.

Diese Situation ist nicht nur lokal relevant; auch auf nationaler Ebene wird die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als gefährdet angesehen. Laut einer Analyse des Wirtschaftsrat leiden viele Regionen unter der zunehmenden Bürokratie, die seit 2011 zu einem Anstieg der Bürokratiekosten um 14 Milliarden Euro geführt hat. Vor allem kleine Unternehmen sind hiervon betroffen, was die Dringlichkeit einer umfassenden Steuerreform und eines Wettbewerbsverbesserungsprogramms unterstreicht. In der aktuellen Diskussion wird häufig gefordert, endlich entschlossen zu handeln, um die deutsche Wirtschaftskraft zu erhalten und auszubauen.

Herausforderungen im digitalen Zeitalter

Einer der zentralen Punkte, der immer wieder angesprochen wird, ist der Rückstand bei der Digitalisierung. Während viele Betriebe bereits auf digitale Lösungen setzen möchten, gibt es vor allem in der kleineren Unternehmenslandschaft noch erhebliche Defizite in der digitalen Infrastruktur. Der aktuelle Stand macht deutlich, dass der Ausbau von 5G und Glasfaser dringend vorangetrieben werden muss, um nicht den Anschluss an internationale Wettbewerber zu verlieren.

Dennoch sind die Unternehmer in der Region nicht bereit aufzugeben. Mit den Stärken des Wirtschaftsstandorts, wie der Nähe zu Kunden und einer stabilen Energieversorgung, sind viele überzeugt, dass mit den richtigen Maßnahmen Wachstumspotenziale erschlossen werden können. Letztlich bleibt die Herausforderung, die Weichen für eine zukunftsfähige Wirtschaft zu stellen, vor allem, indem Bürokratie abgebaut und bürokratische Hürden gesenkt werden.

Die nächsten Monate werden entscheidend sein für die Weiterentwicklung der Regionen. Wie der Wirtschaftsrat feststellt, ist eine schnelle und entschlossene Umsetzung der nötigen Reformen unerlässlich, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein. Augsburger Allgemeine und Wirtschaftsrat zeigen, wie wichtig es ist, die Kräfte zu bündeln und gemeinsam Lösungen zu finden, um den Standort für die Zukunft zu rüsten.