Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen brodelt es gewaltig. Die Region steht vor einer ernsthaften wirtschaftlichen Herausforderung, wie die aktuellen Ergebnisse der IHK-Unternehmensumfrage zeigen. Die dynamische Entwicklung, die die lokale Wirtschaft in früheren Jahren prägte, scheint nun zu stagnieren, und der Wohlstand, den viele schätzten, ist keineswegs mehr selbstverständlich. Laut der Augsburger Allgemeinen bezeichnet IHK-Chef Manfred Gößl die gegenwärtige Geschäftslage als historisch schlecht. Dabei liegt der Durchschnittswert für die Geschäftslage in Bayern bei 9 Punkten, während die Region mit nur 2 Punkten weit dahinter bleibt – ein bemerkenswerter Rückgang vom früheren Durchschnitt von +17 Punkten.
Die Aussichten für die kommenden Monate sind alles andere als rosig. Der Saldo in der Region beträgt aktuell -13, was den Pessimismus unter den Rittern der Wirtschaft weiter anheizt. Während 72% der Unternehmen von schwacher Nachfrage berichten, kämpfen fast die Hälfte mit hohen Energiepreisen. Nur 14% der Betriebe rechnen mit einer baldigen Belebung, dafür erwarten 26% sogar einen weiteren Rückgang. Besondere Besorgnis bereitet der Abschwung, der mit dem Ende des Automobilbooms rund um Audi einhergeht.
Besondere Herausforderungen
Die Überalterung der Unternehmerlandschaft ist ein weiteres besorgniserregendes Thema: Über 40% der deutschen Unternehmensinhaber sind bereits über 60 Jahre alt, und ein Mangel an Nachfolgern könnte den dringend benötigten Wandel der Wirtschaft verzögern. In der Region hat die Investitionsbereitschaft, die ohnehin schon gering war, einen historischen Tiefpunkt erreicht, mit einem Wert von -14, während Bayern im Schnitt bei +1 liegt. Dies könnte gravierende Auswirkungen auf die Beschäftigung haben, da die Arbeitslosigkeit voraussichtlich steigen wird und die Verteidigungsindustrie diese Lücke nicht alleine schließen kann.
Ein übergreifendes Problem, das viele Unternehmen in der Region teilen, sind die hohen Arbeitskosten. Ganze 75% der Befragten sehen dies als erhebliches Risiko. Zudem wird der Spardruck im Mittelstand durch die wachsende Gehaltsrivalität zu Audi verstärkt. Gößl fordert daher verstärkt Unterstützung für die heimischen Unternehmen von Kommunen und Wirtschaftsförderern. Die Notwendigkeit von Kooperation und Entbürokratisierung wird dabei immer dringlicher.
Ein Blick auf die Energiewende
Die Herausforderungen hören hier jedoch nicht auf. Laut einer Umfrage des DIHK, aufbereitet im DIHK Bericht, sehen viele Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Energiekosten, Bürokratie und mangelnde Planungssicherheit gefährdet. In der Energiewende-Barometer 2025 der Recht und Politik wird deutlich: Nur 11% der Unternehmen können sich bereits als klimaneutral bezeichnen, während 89% das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 anstreben. Dabei setzen fast die Hälfte der Befragten aufgrund steigender Energiekosten ihre Investitionen im Klimaschutz vorerst aus.
Die Umfrage erbrachte auch, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen von gestiegenen Preisen für Strom und Wärme betroffen ist. 81% fordern bessere Rahmenbedingungen für Eigenversorgung, um der Last der hohen Energiekosten entgegenzuwirken. All diese Faktoren zusammengenommen werfen einen Schatten auf die wirtschaftliche Zukunft des Landkreises und erfordern zügige Maßnahmen und eine klare Entscheidungsfindung vonseiten der Wirtschaftspolitik.
Insgesamt bleibt die Situation angespannt. Sowohl die regionale als auch die Landesebene müssen gemeinsame Anstrengungen unternehmen, um die Herausforderungen zu meistern und den Schwung der vergangenen Jahre zurückzugewinnen. Ob und wie dies gelingt, bleibt abzuwarten.