In einem skandalösen Fall von Brandstiftung erhielten am Mittwoch zwei junge Männer aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Haftstrafen, nachdem sie zwischen April 2024 und Januar 2025 für eine Serie von Strohballenbränden verantwortlich waren. Das Landgericht Ingolstadt verurteilte den 20-Jährigen zu fünf Jahren und den 23-Jährigen zu vier Jahren Gefängnis. Ein dritter Angeklagter, der zum Tatzeitpunkt noch nicht 21 Jahre alt war, bekam aufgrund seines Alters eine zweijährige Jugendstrafe auf Bewährung, wie die Augsburger Allgemeine berichtet.

Die Taten hatten einen hohen Preis: Über 1,7 Millionen Euro Schaden entstanden durch die Brandstiftungen, die sich nicht nur auf die Strohballen beschränkten, sondern in einige Fälle auch auf angrenzende Lagerhallen und Bäume übergriffen. Die beiden älteren Angeklagten bezeichneten ihre Taten vor Gericht als „Dummheit“ und räumten ein, nicht an die Folgen für die Opfer oder die allgemeine Verunsicherung der Bevölkerung gedacht zu haben. Der Vorsitzende Richter Gerhard Reicherl stellte fest, dass die Taten „jugendtypisch“ seien.

Brandserie im Detail

Die Brandstiftungen ereigneten sich in mehreren Nächten und anschließend sammelte die Kriminalpolizei Ingolstadt erste Hinweise. Am 21. April 2024 wurden in Hohenwart und Karlskron gleich mehrere Heuballen, eine Scheune und eine Maschinenhalle in Brand gesetzt, wobei der Schaden allein in Hohenwart bei etwa 35.000 Euro liegt. Auch der zweite Vorfall, am 22. Dezember 2024, brachte erneut große Zerstörungen, als rund 300 Strohballen in Karlskron und eine Lagerhalle in Gachenbach-Peutenhausen angezündet wurden, was einen weiteren Schaden von ca. 10.000 Euro zur Folge hatte. Die Polizei Bayern hat die Taten als vorsätzliche Brandstiftungen eingestuft und geht von mindestens zwei Tätern aus.

Die Ermittlungen umfassten ebenfalls die Auswertung von Videomaterial und Spuren. Zudem wurden ähnliche Brände in der Umgebung, insbesondere in Kühbach (Landkreis Aichach-Friedberg), auf mögliche Zusammenhänge hin überprüft. Bei diesen Vorfällen blieb es jedoch bislang bei Sachschäden, verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Brandstiftung in Zahlen

Die Vorfälle sind Teil einer größeren Problematik: Laut dem Bundeskriminalamt sind die Fälle von Brandstiftung in Deutschland seit 2013 signifikant angestiegen. Die Statistik von Statista beleuchtet diese Entwicklung und zeigt die wachsende Häufigkeit solcher Delikte im gesamten Land.

Die jüngsten Urteile gegen die Brandstifter in Neuburg-Schrobenhausen müssen ein Zeichen setzen und die Bürger:innen vor ähnlichen Taten schützen. In Anbetracht der erheblichen Schäden und des enormen Aufwands für die Strafverfolgung sind alle Augen auf die zukünftige Verhinderung solcher Straftaten gerichtet.