Ein lauer Sommerabend, umgeben von blühenden Kastanienbäumen, bildete die perfekte Kulisse für das Konzert des Trios HarpaNera im Kunsthof Schrobenhausen. Jana Gerstmair, die Leiterin der vhs Schrobenhausen, hatte den Auftritt wegen des warmen Wetters ins Freie verlegt. Rund 40 Besucherinnen und Besucher waren gekommen, um sich von den faszinierenden Klängen des Ensembles entführen zu lassen.
Das Trio, bestehend aus den talentierten Künstlerinnen Margie Morris, Sabine Xoxi Huber und Karin Herzog, präsentierte ein außergewöhnliches Klangspektrum. Morris, die mit ihrer irischen Haken-Harfe und Percussion für besonders sanfte und gleichzeitig kraftvolle Töne sorgte, kam aus dem Großraum Rosenheim. Die vielseitige Xoxi Huber bediente sich an verschiedenen Instrumenten wie Akkordeon, Bouzouki und Saxophon und deren Gesang verlieh den Stücken eine gefühlvolle Tiefe. Herzog steuerte mit ihrer Congas, Ocean Drum und Klarinette spannende rhythmische Elemente bei. Hierdurch entstand eine emotionale Mischung aus Traditionals aus Europa, Afrika, Asien und Südamerika, gespickt mit eigenen Kompositionen.
Ein musikalisches Abenteuer
Das Konzert begann mit dem Eröffnungsstück „Andenflöte“, das die Zuhörer sofort in die Höhen der Anden entführte. Die Melodien reichten von „Joroppo“ über „Skeftomai“ bis hin zu „Pasajeros“, die Klänge aus Kolumbien und Spanien widerspiegelten. Das Stück „El Camino“ beschwor Bilder einer Reise auf einem staubigen Weg herauf und verzauberte das Publikum.
Ein ganz besonderer Moment war „Waterkelpies“ von Karin Herzog, bei dem die Ocean Drum zum Einsatz kam. So intensiv wurde der Kontakt zur Natur, dass die Vögel im Kastanienbaum laut zu zwitschern begannen und den musikalischen Flug unterstützen. Zum Bühnenbild gehörte auch das Stimmen der Harfe zwischen den Liedern, was die handwerkliche Fertigung der Harfe in Südtirol unterstrich; sie wurde eigens für Morris in fünf Tagen gebaut. Im zweiten Teil des Abends entführten afrikanische Klänge bei „Afro“ in neue Klangwelten.
Emotionale Höhepunkte
Ein besonders bewegender Augenblick ergab sich mit dem Lied „Gorrion“, das Xoxi Huber zu Ehren ihres verstorbenen Vaters schrieb. Solche persönlichen und emotionalen Texte machten das Konzert zu einer Mischung aus Trauer und Freude. Weitere faszinierende Kompositionen wie „Raindrops“, das dem Klang von Regentropfen auf Blättern nachempfunden war, und „Taiga“, das die Zuhörer in unendliche Weiten entführte, rundeten den Abend ab. Das Publikum war so begeistert, dass für die Darsteller am Ende noch Zugaben gefordert wurden.
Für den Abend wurde ein Eintrittspreis von 14 Euro, ermäßigt 10 Euro, angesetzt, was angesichts des gebotenen Erlebnisses ein hervorragendes Angebot war. Das Trio HarpaNera machte keinen Hehl daraus, dass sie mit ihrem Programm eine musikalische Weltreise veranstalteten, die in der Region Hoch im Kurs steht und sicher noch viele weitere Abende füllen wird.
Für weitere Informationen zu Veranstaltungen wie diesen lohnt sich ein Blick auf Unsere Messestadt und Donaukurier.