Die Rückkehr der Weißstörche in den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen hat in diesem Jahr für viel Freude gesorgt. Mit fast 100 Jungstörchen aus 50 Nestern, davon allein 22 in Schrobenhausen, kann der Besonderheitsstatus dieser Region weiter untermauert werden. Laut Augsburger Allgemeine erfreut sich der Bestand dort mittlerweile an etwa 200 Weißstörchen, was durch eine beeindruckende Nachwuchsquote von 96 Jungstörchen in diesem Jahr unterstrichen wird – ein rekordverdächtiges Ergebnis.

Die Entwicklung wird vom Landesbund für Vogelschutz als „phänomenal“ beschrieben. Dennoch gab es auch Herausforderungen: Bei den Beobachtungen waren Kämpfe um die Horste zu verzeichnen, aber erfreulicherweise blieb ein Totalausfall durch Stromschläge aus. Zwei verletzte Störche wurden in der Tierhilfe Jonathan von Andreas Kopernik gepäppelt.

Ein Anstieg der Population

Wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) berichtet, ist die weltweite Storchenpopulation aktuell auf etwa 330.000 Brutpaare gestiegen, was einem Zuwachs von über 20 Prozent entspricht. In Deutschland sind es momentan circa 13.500 Brutpaare, wobei Bayern mit mehr als 1.300 Brutpaaren einen wichtigen Teil des Bestands ausmacht. Besonders in den Regionen entlang des Oberrheins in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen gibt es eine hohe Dichte an Störchen. Hier führt die Zahl von 2.191 Brutpaaren in Baden-Württemberg an, gefolgt von Niedersachsen mit 2.113 Brutpaaren.

Ein weiterer interessanter Punkt ist das veränderte Zugverhalten dieser faszinierenden Vögel, das durch den Klimawandel beeinflusst wird. Milda Winter in Europa ermöglicht es den Störchen zunehmend, in Südeuropa und sogar in Deutschland zu überwintern, anstatt in die traditionellen Afrikastationen zu fliegen. So bleibt die klassische Aufteilung in West- und Ostzieher weniger strikt.

Wo sind die Jungstörche jetzt?

Nun brechen die 96 Jungstörche aus dem Landkreis ins Winterquartier auf. Dabei sammeln sie sich in Gruppen und wurden bereits in großen Trupps von bis zu 50 Störchen im Donaumoos und bei Burgheim gesichtet. Für ihre Nahrungsaufnahme haben sie sich allerdings neue Jagdgebiete erschlossen: In Mülldeponien in Spanien und Portugal finden sie bevorzugt ihre Nahrung.

Die Zahl der Brutpaare hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 12.122 auf mindestens 13.000 erhöht, was nicht zuletzt auch auf das veränderte Zugverhalten zurückzuführen ist. Der Nabu sieht dabei den Klimawandel als die treibende Kraft für diese positive Entwicklung. Historisch betrachtet war der Weißstorch erst seit dem Mittelalter in Norddeutschland heimisch, was eine weitere Facette in der spannenden Geschichte dieser Art darstellt.

Während einige ostdeutsche Bundesländer, wie Mecklenburg-Vorpommern, einen Rückgang im Bestand verzeichnen, zeigt die Gesamtentwicklung in Deutschland eine erfreuliche Tendenz. Damit bleibt der Weißstorch in Bayern ein wichtiges Symbol für den Erfolg der Naturschutzbemühungen.