Der Arbeitsmarkt im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen zeigt im Jahr 2025 eine besorgniserregende Entwicklung. Die Arbeitsmarktbilanz, präsentiert von Johannes Kolb, dem Leiter der Agentur für Arbeit Ingolstadt, und Michael Pfaller, dem Geschäftsführer des Jobcenters, weist eine steigende Arbeitslosenzahl aus. Mit 1.793 Arbeitslosen wird 2025 die höchste Zahl seit 2007 erreicht, im Vergleich zu 1.691 im Jahr 2024. Diese Tendenz spiegelt sich auch in der gesamten Region 10 wider, wo die Zahl der Arbeitslosen auf 9.824 ansteigt, gegenüber 8.581 im Jahr zuvor. Einflussfaktoren sind unter anderem der Wandel in der Automobilbranche sowie weltpolitische Ereignisse, insbesondere in den USA und China, die das Konsumverhalten und die privaten Investitionen negativ beeinflussen.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis liegt 2025 bei 3,1 %, was einen Anstieg von 0,2 % im Vergleich zu 2,9 % im Jahr 2024 darstellt. Diese Quote überschreitet die Grenze zur „echten Arbeitslosigkeit“, die ab 3 % beginnt. Positiv ist jedoch der Rückgang der Grundsicherungsempfänger, der 780 im Jahr 2025 erreicht, verglichen mit 803 im Vorjahr. Der Ausländeranteil unter den Arbeitslosen beträgt etwa 60 %, darunter fallen 500 Ukrainer, 300 Afghanen und 140 Syrer. Die Zahl der offenen Stellen hat sich jedoch stark verringert, mit nur noch 1.626 Zugängen, was einen Rückgang von über 30 % im Vergleich zu 2024 bedeutet.

Veränderungen im Ausbildungsmarkt

Im Ausbildungsmarkt zeigt sich ein differenziertes Bild. Mit 567 Bewerbern in 2025 gibt es 30 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sind 694 Ausbildungsstellen ausgeschrieben, von denen 96 unbesetzt bleiben. Dies ist eine Verbesserung um 40 im Vergleich zum Vorjahr. Der Handwerkssektor verzeichnet einen leichten Anstieg bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen, während Handel und Industrie einen leichten Rückgang erleben. Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt ist ebenfalls spürbar, da sie Veränderungen und den Wegfall von Stellen mit sich bringt.

Die Anzahl der Beschäftigten im Landkreis bleibt mit 33.208 stabil, während die Region 10 insgesamt 225.364 Beschäftigte verzeichnet. Ein bemerkenswerter Trend ist der Anstieg der Teilzeitbeschäftigten, die im Juni 2025 auf 13.000 steigen, verglichen mit 9.000 im Juni 2015. Diese Entwicklungen werfen Fragen über die künftige Ausrichtung des Arbeitsmarktes auf und fordern eine Anpassung der Strategien zur Arbeitsmarktintegration.

Aktuelle Zahlen aus September 2025

Im September 2025 zeigt sich die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen mit 1.834 Personen, was einen Anstieg von 91 im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 3,1 % konstant. Besonders auffällig ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei der Arbeitslosenversicherung, die 1.210 Personen betrifft. Während die Zahl der Bürgergeldempfänger sinkt, gibt es in Ingolstadt eine Ausnahme. Die offenen Stellen belaufen sich auf 825, mit 143 neuen Stellen, die im September gemeldet wurden.

Im Vergleich dazu verzeichnet die Stadt Ingolstadt 4.075 Arbeitslose und eine Arbeitslosenquote von 4,9 %. Die Situation im Landkreis Eichstätt ist relativ stabil mit 2,8 % Arbeitslosenquote und 2.199 Arbeitslosen. Im Landkreis Pfaffenhofen hingegen wird ein Anstieg auf 2.079 Arbeitslose verzeichnet.

Für Interessierte an detaillierten Arbeitsmarktstatistiken empfiehlt sich die Internetpräsenz der Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Diese bietet umfassende Informationen zu verschiedenen Aspekten des Arbeitsmarktes, von aktuellen Tabellen und Berichten bis hin zu interaktiven Statistiken und Hintergrundinformationen. Die Daten zur Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit sind eine wertvolle Ressource für Entscheidungsträger und Interessierte, die die Entwicklungen am Arbeitsmarkt besser verstehen möchten.