Am Karfreitag, dem 7. April 2023, findet in Ulm und Neu-Ulm eine besondere Veranstaltung statt: der „Lebendige Kreuzweg“. Um 18 Uhr versammeln sich die Teilnehmer am Rathausplatz in Neu-Ulm, um gemeinsam über die Donau zu ziehen und die zentralen Szenen der Passion Christi darzustellen. Diese eindrucksvolle Prozession führt durch verschiedene Stationen, darunter der Petrusplatz, der Marktplatz und der Weinhof, bis hin zum Münsterplatz in Ulm. Über 200 Mitwirkende, darunter Darsteller, Ordner und Unterstützer, tragen zu einem bewegenden Erlebnis bei, das tausende Zuschauer anzieht, selbst aus dem Ausland, wie etwa aus Frankreich, Belgien und der Schweiz. Die Veranstaltung wird vom Verein „Via Crucis – Lebendiger Kreuzweg Ulm/Neu-Ulm“ organisiert, dessen Vorsitzender Nicola Albarino ist. Weitere Informationen zur Veranstaltung können auf der Webseite des Kreuzwegs gefunden werden: https://kreuzweg-ulm.de/.
Ein emotionales Erlebnis
Insgesamt sind für den „Lebendigen Kreuzweg“ mehr als 10.000 Euro erforderlich, die durch Spenden finanziert werden. Der Eintritt ist frei, was die Teilnahme für viele Menschen erleichtert. Die Kostüme, die für die Darstellungen verwendet werden, sind teils schon jahrelang im Einsatz, während andere speziell für die Veranstaltung neu angefertigt wurden. Gianni Crusafio wird die Rolle des Jesus übernehmen, während die Szenen, wie die Gefangennahme, das Verhör und die Kreuzigung, eindrücklich nachgestellt werden. Die Organisatoren wünschen sich einen ruhigen und friedlichen Verlauf der Veranstaltung, der durch gutes Wetter unterstützt wird.
Der „Lebendige Kreuzweg“ ist Teil einer lange Tradition, die ihren Ursprung in der römisch-katholischen Kirche hat. Der Kreuzweg (via crucis) als Andachtsübung bildet den Leidensweg Jesu Christi nach und wird oft als Bilderzyklus oder Skulpturengruppe dargestellt. In vielen Kirchen finden sich Kreuzwege, die idealerweise den Verhältnissen in Jerusalem entsprechen. Die Tradition, am Karfreitag an Stationen des Leidenswegs Jesu innezuhalten, geht auf das Mittelalter zurück, als Pilger an den Orten der Verurteilung und der Kreuzigung Halt machten. Diese Praxis wurde durch die Franziskaner weiter verbreitet, die Prozessionen organisierten und so die Verehrung des Kreuzwegs in die Heimatländer der Pilger brachten.
Ein Fest der Gemeinschaft
Besonders rührend ist die Atmosphäre während des „Lebendigen Kreuzwegs“. Viele Zuschauer werden emotional berührt und einige entscheiden sich sogar dazu, schweigend mitzulaufen. Die Veranstaltung bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, die gemeinsam die Passion Christi nacherleben. Dies fördert nicht nur das Verständnis für die religiöse Bedeutung des Kreuzwegs, sondern auch den interkulturellen Austausch.
Insgesamt zeigt der „Lebendige Kreuzweg“ in Ulm und Neu-Ulm, wie tief verwurzelt die Tradition des Kreuzwegs in der Gesellschaft ist und wie sie auch heute noch Menschen zusammenbringt. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie religiöse Praktiken mit modernem Leben verknüpft werden können, um eine tiefere Bedeutung zu vermitteln und Gemeinschaft zu schaffen. Für weitere Details zur Veranstaltung und ihrer Geschichte besuchen Sie bitte die Webseite des Kreuzwegs unter https://kreuzweg-ulm.de/.



