In einem aufsehenerregenden Fall hat das Schwurgericht am Landgericht Memmingen einen 33-Jährigen wegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Dieser Fall, der im April 2022 in Neu-Ulm seinen Anfang nahm, wirft ein Schlaglicht auf die Gefahren des Drogenhandels und die damit verbundenen Konflikte. Der Angeklagte, der Cannabis und Kokain verkauft haben soll, verletzte im Zuge eines eskalierten Drogenstreits zwei junge Männer, wobei ein 24-Jähriger seinen Verletzungen erlag.

Die dramatische Auseinandersetzung fand in der Nacht zum 3. April in der Nähe der Augsburger Straße, unweit der Donau, statt. Nach den Schilderungen des Angeklagten kam es zu einem Angriff durch den 24-Jährigen und einen 19-jährigen Begleiter, als er beabsichtigte, Cannabis aus seiner Tasche zu holen. Der Angeklagte gab an, in Notwehr gehandelt zu haben, als er mit einem Messer auf die beiden Männer einstach. Das Gericht folgte dieser Argumentation und sprach ihn vom Vorwurf des Totschlags und des versuchten Totschlags frei, stellte jedoch fest, dass er bewaffneten Drogenhandel betrieben hatte. Der Angeklagte wird für zwei Jahre in einer Entziehungsanstalt untergebracht, die gesamte Haftstrafe beträgt somit sechs Jahre.

Ermittlungen und Prozessverlauf

Um den Vorfall aufzuklären, gründete die Polizei die Ermittlungsgruppe „Schwal“ und leitete umfangreiche Ermittlungen ein. Am 4. April stellte sich der Angeklagte mit seinem Anwalt der Kriminalpolizei in Neu-Ulm. Im Prozess gab es im Wesentlichen nur die Schilderung des Angeklagten zum Tatablauf. Der Staatsanwalt argumentierte, dass es sich um Notwehr handelte und forderte eine Strafe wegen Drogenhandels mit Waffen. Die Verteidigung plädierte für eine Bewährungsstrafe, während die Nebenklage eine höhere Strafe wegen Totschlags forderte. Letztlich entschied das Gericht, den Angeklagten wegen seines Drogenhandels zu verurteilen.

Die Angehörigen des Getöteten zeigten sich während des Prozesses emotional und forderten eine lange Haftstrafe. Sie argumentierten, dass der Angeklagte sich anders hätte verteidigen können. Diese emotionalen Reaktionen unterstreichen die Tragik des Vorfalls und die weitreichenden Folgen, die solche Konflikte im Drogenmilieu mit sich bringen können.

Drogenhandel und seine Konsequenzen

Der Fall in Neu-Ulm ist nicht isoliert, sondern steht im Kontext eines breiteren Problems. Der REITOX-Jahresbericht 2025 für Deutschland dokumentiert die Situation im Bereich illegaler Substanzen und gibt einen Überblick über Konsum und problematischen Konsum, Prävention, Beratung und Behandlung. Der Bericht hebt die Entwicklungen auf dem Schwarzmarkt hervor und beschreibt die steigenden Straftaten im Zusammenhang mit Drogen.

Das Thema Drogenhandel bleibt ein zentrales Anliegen für die Gesellschaft, und die Auswirkungen sind oft verheerend. Daten und Informationen zu Verbreitung, Folgeschäden und dem Strafvollzug sind in den acht Workbooks des Berichts und auf dem Datenportal des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen verfügbar. Diese interaktiven Grafiken bieten einen detaillierten Einblick in das komplexe Netzwerk, das den Drogenhandel und seine Folgen umgibt.

Wie der Fall in Neu-Ulm zeigt, kann der illegale Drogenhandel nicht nur zu schweren Verletzungen, sondern auch zu tragischen Todesfällen führen. Es bleibt zu hoffen, dass durch Aufklärung und gezielte Prävention solche Konflikte in Zukunft vermieden werden können. Weitere Informationen sind im REITOX-Jahresbericht sowie auf der Webseite der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) verfügbar.

Für weitere Informationen und bei Fragen zur Veröffentlichung können Sie die DBDD unter dbdd@ift.de kontaktieren.