In der bayerischen Landeshauptstadt München meldet die Polizei einen besorgniserregenden Trend: Immer mehr Menschen fallen Betrügern zum Opfer, die sich als Wunderheiler oder Auraleserinnen ausgeben. Das Polizeipräsidium München warnt aktuell vor diesen kriminellen Machenschaften, die insbesondere Frauen in schwierigen Lebenslebenssituationen ins Visier nehmen. Kommissariat 61 hat bereits mehrere Strafverfahren eingeleitet und ruft betroffene Personen zur Mithilfe auf.
Die Betrügerinnen agieren vorwiegend in gehobenen Stadtteilen, Parkanlagen, Wochenmärkten oder sogar in Krankenhäusern. Hierbei sprechen sie gezielt Frauen an, die sich in Krisensituationen wie Trennungen, Krankheiten oder familiären Streitigkeiten befinden. Oft haben die Opfer auch ein besonderes Interesse an Spiritualität und Esoterik. Diese Verbindung zu den oft emotional angreifbaren Frauen nutzen die Täterinnen aus, indem sie ihnen zunächst ihre „lila Aura“ loben und anschließen negative Aspekte wie blockierte „Chakren“ thematisieren. Diese Vorgehensweise führt zu einem schnellen Vertrauensaufbau, häufig bei einem Kaffee in gemütlicher Atmosphäre, wie Wochenanzeiger berichtet.
Die Masche der Wunderheilerinnen
Die Betrügerinnen vereinbaren mit ihren Opfern Termine für verschiedene Rituale, bei denen angeblich negative Energien übertragen werden sollen. Dazu gehören Zeremonien wie das Anzünden von Kerzen oder das Baden in Rosenblättern. Gegenstände wie Weihwasser, Kräuter oder Heiligenbilder werden überreicht, während Erzengel in die Gespräche einfließen. Profitieren möchten die Täterinnen von der emotionalen Verwundbarkeit ihrer Opfer, denn sie erheben keine direkten Geldforderungen. Stattdessen üben sie emotionalen Druck aus und stellen Fragen zum Wert ihrer „Hilfe“, was schließlich in höheren Geldbeträgen mündet.
Besonders perfide ist, dass nach mehreren Treffen oft ein „Erbe“ ins Spiel gebracht wird, das „gereinigt“ werden müsse. Dadurch wird der Druck auf die Betroffenen weiter erhöht, was auf ein gewerbsmäßiges Vorgehen der Täterinnen hindeutet. Die Dunkelziffer ist laut der Polizei erschreckend hoch, da viele betroffene Frauen aus Scham oder Angst selten offen über ihre Erfahrungen berichten.
Weitere Vorfälle in München
Ein weiterer Vorfall wurde in Schwabing gemeldet, wo ein Trickdiebstahl durch falsche Handwerker stattfand. Hier schlich sich ein Täter in die Wohnung einer 81-jährigen Dame, während der andere sie ablenkte und Wertgegenstände entwendete. Auch in Trudering musste eine über 80-jährige Seniorin während eines organisierten Callcenterbetrugs 10.000 Euro an einen Täter übergeben, der vorgab, ihre Nichte sei in einen tödlichen Unfall verwickelt.
Die Polizei ruft in allen genannten Fällen, insbesondere in Betrugsangelegenheiten, zur Wachsamkeit auf und bittet mögliche Zeugen oder weitere Opfer, sich unter der Nummer 089 2910-0 zu melden. Nur gemeinsam kann man diesen betrügerischen Machenschaften Einhalt gebieten.



