Sidebar Werbung
Sidebar Werbung

Heute ist der 22.03.2026, und München steht vor einer wegweisenden Entscheidung. Die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt findet statt, und die Kandidaten könnten unterschiedlicher nicht sein. Dominik Krause, der Spitzenkandidat der Grünen, gab gegen 10.30 Uhr seine Stimme in einem Wahllokal in Giesing ab. Für ihn markiert diese Wahl einen „schönen Abschluss“ seines Wahlkampfs. Krause blickt auf die letzten zwei Wochen mit einer positiven Aufbruchstimmung in der Stadt zurück. Er hat 15 Jahre Erfahrung in der Parteipolitik und betont, dass ihm kein Wahlkampf so viel Spaß gemacht hat wie dieser. Seine Einschätzung zur Stichwahl? Sie wird sehr knapp ausgehen.

Nach der Stimmabgabe plant Krause, mit seinem Partner brunchen zu gehen und danach zur Wahlparty der Grünen in die Muffathalle zu fahren. Sein Kontrahent, der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter von der SPD, wird heute hingegen ohne öffentlichen Fototermin wählen. Reiter hat die Auszählung privat im Blick und plant, gegen 19.30 Uhr zur SPD-Wahlparty im Oberangertheater zu kommen, wenn die ersten Ergebnisse erwartet werden. Dies alles geschieht im Kontext einer Wahl, die für beide Kandidaten von großer Bedeutung ist, da Reiter in seine dritte Amtszeit starten möchte, während Krause darauf abzielt, ihn abzulösen.

Die Ausgangslage

Die Stichwahl ist das Ergebnis eines ersten Wahlgangs, in dem Reiter 35,6 Prozent der Stimmen erhielt, sein bisher schlechtestes Ergebnis. Krause hingegen erreichte mit 29,5 Prozent das beste Ergebnis eines Grünen-OB-Kandidaten in München und ist der erste Grüne, der in eine Stichwahl einzieht. Reiter war in der Vergangenheit unter Druck geraten, nicht zuletzt wegen nicht genehmigter Zahlungen für ein Ehrenamt beim FC Bayern und umstrittener Äußerungen in einer Stadtratssitzung. In einer Zeit, in der die SPD 19,1 Prozent der Stimmen erhielt, die Grünen jedoch 25,8 Prozent und die CSU 26,6 Prozent, könnte Reiter auf die Unterstützung von CSU-Wählern hoffen, die ihm eher zuneigen könnten. Christian Ude, der ehemalige Oberbürgermeister, sieht Reiter im Vorteil.

In-article Werbung
In-article Werbung

Interessant ist auch der dynamische Verlauf des Wahlkampfs: Krause konnte im Vergleich zu Katrin Habenschaden vor sechs Jahren 8,8 Prozentpunkte zulegen. Bei der Wahlurne erzielte Krause 32,6 Prozent, während Reiter 30,8 Prozent erhielt; in der Briefwahl war Reiter jedoch mit 39,1 Prozent deutlich stärker als Krause, der nur 27,2 Prozent erreichte. Diese Unterschiede könnten entscheidend für den Ausgang der Stichwahl sein. Briefwahlunterlagen für die Stichwahl können ab dem 10. März online beantragt werden.

Ein Blick in die Zukunft

Die heutige Wahl wird nicht nur über die Zukunft des Oberbürgermeisteramts entscheiden, sondern auch über die politische Ausrichtung der Stadt München. Die Wahl zeigt die zunehmende Fragmentierung des politischen Landschaftsbildes, in der die Grünen eine immer stärkere Rolle spielen. Ein möglicher Sieg von Krause könnte den Einfluss der Grünen weiter festigen und für neue Impulse in der Stadtpolitik sorgen. Im Gegensatz dazu würde ein weiterer Sieg von Reiter bedeuten, dass die SPD trotz ihrer Herausforderungen weiterhin eine bedeutende Kraft in München bleibt.

Die Wähler stehen vor einer wichtigen Entscheidung, die weitreichende Auswirkungen auf die zukünftige politische Landschaft der Stadt haben könnte. Die Spannung steigt, und die Münchner Bevölkerung ist auf das Ergebnis gespannt, das gegen Abend erwartet wird.

Für weitere Informationen zu den Hintergründen der Wahl und den Kandidaten, besuchen Sie bitte die Süddeutsche Zeitung oder den Merkur.