Eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) sorgt für Aufsehen: München wird zur unattraktivsten Metropolregion Deutschlands gekürt. Laut der Studie, die die Lebensqualität in zwölf großen deutschen Metropolregionen vergleicht, landet die bayerische Landeshauptstadt auf dem letzten Platz. Die Untersuchung legt besonderen Wert auf die Erreichbarkeit wichtiger Einrichtungen wie Flughäfen, Kultureinrichtungen, Kitas und Schulen. Das Ergebnis überrascht viele, da München oft für seine hohe Lebensqualität bekannt ist.
Die Autoren der Studie bemerken jedoch, dass die Struktur der Region ein entscheidender Faktor ist. Während München als Kernstadt gut abschneidet, ist das Umland ländlich geprägt. Dies führt dazu, dass Bewohner im Umland oft lange Strecken zurücklegen müssen, um städtische Angebote zu nutzen. Insbesondere die Erreichbarkeit von Krankenhäusern, Ärzten und Schulen wird als unzureichend bewertet. Auch für Reisende ist die Region wenig einladend, da Flughäfen, öffentlicher Verkehr und Eventdichte schwach ausgeprägt sind. Die IW-Studie bewertet insgesamt 23 Indikatoren, darunter die Nähe zum öffentlichen Verkehr und die Dichte von Kinos und Schulen. Wer mehr über die Details erfahren möchte, kann die vollständige Analyse hier nachlesen.
Vergleich mit anderen Metropolregionen
Im deutschlandweiten Vergleich schneidet München besonders schlecht ab, vor allem in Kategorien, die für Familien und Berufstätige von Bedeutung sind. Überraschend führt das Ruhrgebiet das Ranking an und bietet eine polyzentrale Struktur mit vielen nah beieinanderliegenden Stadtzentren. Dies führt zu einer besseren Erreichbarkeit und kürzeren Wegen für die Bewohner. Im Ruhrgebiet sparen die Einwohner täglich rund 26 Minuten bei alltäglichen Wegen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass die nächste Grundschule dort nur fünf Autominuten entfernt ist, während es in der Metropolregion Nürnberg über sieben Minuten sind.
Die Mietpreise im Ruhrgebiet, mit einem Durchschnitt von 8,3 Euro pro Quadratmeter, sind ebenfalls deutlich moderater als in München, wo die Mietpreise erheblich höher sind. Trotz eines breiten kulturellen Angebots in München reicht dies nicht aus, um die strukturellen Nachteile zu kompensieren. Die Ergebnisse der Studie bestätigen die vorangegangenen Analysen, dass München auf dem letzten Rang bleibt und das Ruhrgebiet an der Spitze steht. Weitere Informationen zu dieser Studie sind hier zu finden.
Lebensqualität und Stadtleben
Interessant ist auch, dass trotz der negativen Bewertung in der Studie viele Stadtbewohner:innen sich an ihrem Wohnort wohlfühlen. Eine Umfrage von PwC zeigt, dass neun von zehn Stadtbewohner:innen mit ihrer Lebensqualität zufrieden sind. In Städten wie München, Nürnberg und Leipzig liegt die Zufriedenheitsrate bei beeindruckenden 93 Prozent. Die Menschen schätzen vor allem die Kultur- und Freizeitmöglichkeiten sowie die Job- und Bildungschancen. Dennoch gibt es auch Kritik an der hohen Verkehrsbelastung und der angespannten Wohnungsmarktlage.
Die Entscheidung zwischen Stadt- und Landleben bleibt individuell. Während einige die Vorzüge einer Metropolregion wie München genießen, zeigt die aktuelle Studie des IW, dass strukturelle Aspekte oft entscheidend für die Lebensqualität sind. Wer mehr über die Meinungen von Berufstätigen zu Stadtleben und Lebensqualität erfahren möchte, kann die Studie hier einsehen.



