Das große Starkbierfest steht vor der Tür! In München, wo das Bierbrauen eine jahrhundertealte Tradition hat, beginnt die Starkbierzeit bald, und viele freuen sich auf die festlichen Anlässe, die die Stadt beleben. Die Starkbierzeit ist nicht nur ein Genuss für Bierliebhaber, sondern auch ein Stück Geschichte, das bis zu den Paulanermönchen zurückreicht.
Starkbier, das einen hohen Alkoholgehalt und kräftigen Geschmack aufweist, wird traditionell als „Fastenbier“ für die Mönche gebraut. Man bezeichnet Bock- und Doppelbockbiere als Starkbier, deren Geschmack von malzsüß mit Karamell- und Fruchtnoten bis zu würzig und leicht hopfig reicht. Mit einer Stammwürze von mindestens 16 % gehört der Bock zu den bekanntesten Starkbieren in Deutschland, während der Doppelbock mit mindestens 18 % Stammwürze noch einen Schritt weiter geht. Zumindest die Endung „-ator“ lässt auf diese kräftigen Biere schließen, die uns in dieser besonderen Zeit begleiten. Der erste Vertreter, der die Herzen der Bierliebhaber eroberte, war der Salvator von Paulaner, der eine besondere Bedeutung für die Münchener hat.
Eine Tradition mit religiösen Wurzeln
Ursprünglich sollte Starkbier die Fastenzeit für Mönche erträglicher gestalten. Das Prinzip „Liquida non frangunt ieiunium“ besagt, dass flüssige Nahrung das Fasten nicht bricht. So wurde es zur Tradition, während der Fastenzeit Bier zu trinken, was von den Paulanermönchen im frühen Mittelalter eingeführt wurde. Damit die Mönche nicht hungern mussten, benötigte das Bier einen höheren Stammwürzegehalt und musste kalorienreich sein.
Die Paulaner brauten 1629 ihr erstes Starkbier und nannten es anfangs „Sankt Vater“. Später erhielt es den Namen „Salvator“, der „Erlöser“ bedeutet – eine christliche Anspielung auf den Gehalt des Bieres. Aneinanderreihend, erzählten die Münchner den Geschichten, wie sie zum Kloster pilgerten, um das leckere Starkbier zu genießen. Zuerst wurde das Bier nur für den Eigenbedarf und die Gäste des Klosters ausgeschenkt, bis schließlich 1780 Kurfürst Karl Theodor den öffentlichen Ausschank des Paulaner-Starkbiers genehmigte.
Starkbierfeste in München
Die Starkbierzeit in München beginnt traditionell nach Aschermittwoch und zieht sich bis spätestens Ostern. Hier wird die Kultur des Biertrinkens mit ausgelassenen Festen gefeiert. Die bekanntesten Feste finden im Nockherberg, im Augustinerkeller und im Löwenbräukeller statt. Diese Veranstaltungen sind nicht nur ein Fest für den Gaumen, sondern auch eine gesellschaftliche Zusammenkunft, die Einheimische und Touristen anzieht, um bei einem zünftigen Bier zu feiern.
Bereits jetzt sind Bierliebhaber gespannt auf die Veranstaltungen, die unter dem Motto „Feiern und Schlemmen“ stehen. Sicher wird sich auch heuer das ein oder andere neue Starkbier ins Sortiment gesellen, was den Stammgästen viel Gesprächsstoff bieten dürfte.
Für alle, die mehr über Starkbier erfahren möchten, gibt es eine gute Übersicht und nützliche Informationen auf den Seiten muenchen.de, hindenburger.de und gruess-gott.eu.