Hamburg plant eine ambitionierte Bewerbung für die Olympischen Spiele und hat damit größte Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Unter der Leitung von Steffen Rülke, der seit September 2025 die Olympia-Projektgruppe des Senats anführt, wird ein umfassendes Konzept erarbeitet, um Bürgerbeteiligung und Transparenz groß zu schreiben. „Welt“ berichtet, dass die Bewerbung nicht nur als sportliches Ereignis gedacht ist, sondern auch zur Stadtentwicklung und zur Förderung der Sportinfrastruktur beitragen soll.
Wichtig für die Hamburger Bewerbungsstrategie ist die Bürgerbeteiligung. Geplant ist ein Referendum am 31. Mai 2026, bei dem die Bürger entscheidend mitwirken können. Die Entscheidung über die endgültige Bewerbung wird im Herbst 2026 fallen. Laut NDR wird auch eine große Informationsveranstaltung mit Sportevents über die Olympiabewerbung stattfinden, um das Interesse der Hamburger zu wecken und ihre Ideen zu sammeln. In sieben Bezirken sind Workshops geplant, damit sich die Bürger aktiv einbringen können.
Die Herausforderung der Vergangenheit
Die Geschichte Hamburgs mit Olympiabewerbungen ist nicht die beste. Bereits 2015 hat die Stadt eine Bewerbung abgelehnt, was einigen Experten als Vorteil angesehen wird. Rülke sieht damals als Teil der „Active-City-Strategie“, die die Stadt nachhaltig bewegt hat. „Deutschlandfunk“ merkt an, dass die letzten Olympischen Spiele in Deutschland 1972 in München stattfanden und es in den letzten 20 Jahren zahlreiche gescheiterte Bewerbungen gab. Das Scheitern dieser Bemühungen hat aber auch dazu geführt, dass man nun einen neuen Weg der Bürgerdialoge verfolgt.
Hamburg setzt auf eine gute Infrastruktur mit ausreichend Sportstätten und Hotels. Mehr als 80% der benötigten Sportstätten befinden sich im Umkreis von sieben Kilometern um das Heiligengeistfeld. Rülke hebt hervor, dass zusätzlich ein Konzept für die Paralympics entwickelt werden soll, um die Stadt barriereärmer zu gestalten und um den Anliegen von Kritikern entgegenzukommen.
Die Mitentscheidung der Bürger
Bürgerbeteiligung könnte nicht nur durch Umfragen, sondern auch durch digitale Abstimmungen zu zusätzlichen Sportarten gefördert werden, die bis zum 12. Dezember laufen. Die Stimmabgabe wird auch in 200 barrierefreien Wahllokalen stattfinden und eine Briefwahl ist ab Ende April 2026 möglich. Die Stadt hofft, dass diese Maßnahmen das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen und die Bedenken hinsichtlich Kosten, Transparenz und sozialer Verdrängung ausräumen.
Um die Bürger zu motivieren, arbeitet Rülke intensiv an einem Konzept, das auch einen Dialog mit den Kritikern und Bedenken von verschiedenen Seiten ermöglicht. Hamburg sieht sich nicht als Außenseiter, sondern als ernstzunehmenden Mitbewerber im Rennen um die Austragung der Olympischen Spiele, zusammen mit anderen großen Städten wie Berlin, München und der Region Rhein-Ruhr.
Die Chancen für die kommenden Olympischen Spiele sind bemerkenswert, da Deutschland als einer von vier Kandidaten auftritt. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat bereits grünes Licht gegeben für die Hamburger Bewerbung und schätzt die Chancen für Olympiabewerbungen in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 als realistisch ein. Rülke und sein Team haben dazu eine klare Strategie entwickelt, die auf Bürgerdialog und Abstimmungen setzt, um letztlich eine solide Basis für die Bewerbungen zu schaffen.



