Am Mittwoch wurde ein 21-jähriger Mann aus der Aachener Region festgenommen, der im Verdacht steht, Ende Januar in der Münchener Innenstadt einen 45-jährigen Mazedonier niedergeschlagen zu haben. Die Polizei München gab auf einer Pressekonferenz bekannt, dass der Vorfall am 31. Januar 2026 nach einem Kneipenbesuch stattfand. Ein Zeuge hatte die Polizei alarmiert, nachdem er eine bewusstlose Person entdeckte. Das Opfer, ein Familienvater, war mit dem Tatverdächtigen und dessen Begleitern vor einer Kneipe in Kontakt gekommen, als der 21-Jährige ihm ohne Vorwarnung mit der Faust ins Gesicht schlug. Dieses brutale Vorgehen führte dazu, dass der Mann zu Boden stürzte und später ins Krankenhaus gebracht wurde, wo er jedoch einige Tage später verstarb.

Der Tatverdächtige, der Anhänger des Fußballclubs Alemannia Aachen ist, hat ein bundesweites Stadionverbot. An dem Wochenende, an dem die Tat stattfand, fand zwar ein Ligaspiel gegen 1860 München statt, dieses steht jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Vorfall. Der junge Mann hat seit seiner Kindheit Kampfsport betrieben und war sich der Wirkung seiner Schläge bewusst. Der Vorwurf, der gegen ihn erhoben wird, lautet auf Mord, da die Tat als heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen eingestuft wird. Im Falle einer Verurteilung könnte er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden. Die Ermittlungen dauern an, und die Polizei sucht weiterhin nach weiteren Zeugen des Vorfalls. Für den vollständigen Bericht können Sie hier klicken.

Sport und extrem rechte Strömungen

Die Verbindung zwischen Sport und extremen politischen Strömungen ist in Deutschland nicht neu. Sport wird häufig von extrem rechten Akteuren nicht nur zur Erreichung sportlicher Ziele genutzt, sondern auch als Instrument für weltanschauliche Auseinandersetzungen. Besonders Kampfsportarten wie Boxen und Kickboxen sind in der extremen Rechten von Bedeutung, da sie als Plattform zur Vermittlung von Gewaltkompetenzen fungieren. Der Autor des Buches „Kontrakultur“ beispielsweise, der Mitglied der extrem rechten Identitären in Halle ist, fordert die Szene auf, durch Kampfsport Männlichkeit zu beweisen und Kampfkompetenzen zu erlangen. Dies wirft die Frage auf, inwieweit solche Ideologien auch im Umfeld des Tatverdächtigen präsent sein könnten.

In der extrem rechten Szene wird Sport als ein Mittel zur Rekrutierung und kulturellen Besetzung genutzt, wobei insbesondere Kampfsport und Schießsport zur Aneignung von Gewaltkompetenzen dienen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da sie das Potenzial hat, gewaltsame Tendenzen in die Gesellschaft zu tragen. Ein Beispiel dafür ist die neonazistische Kampfsportorganisation „Kampf der Nibelungen“, deren Veranstaltungen seit 2019 de facto verboten sind. Die Mangel an Statistiken über extrem rechte Phänomene im Sport erschwert die präventive Arbeit, und nur 13 von 82 DOSB-Mitgliedsorganisationen verarbeiten Meldungen zu solchen Vorfällen. Für weiterführende Informationen zu diesem Thema besuchen Sie bitte diese Seite.

Ein Blick auf die gesellschaftlichen Implikationen

Die jüngsten Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die gesellschaftlichen Implikationen von Gewalt im Sport und die Rolle, die extrem rechte Ideologien dabei spielen können. Die Studie zu Rechtsextremismus im Sport dokumentiert, dass jüngere Neonazis Aufmärsche organisieren, die an frühere rechtsextreme Bewegungen erinnern. In den 1990er Jahren waren Rechtsextreme und Hooligans in deutschen Fußballstadien präsent, während die Fanszenen heute politisch diversifiziert sind. Diese Diversifizierung zeigt sich beispielsweise in Bremen, wo extrem rechte Hooligans an Einfluss verloren haben, im Gegensatz zu Cottbus, wo sie nach wie vor dominieren.

Die Studie fokussiert sich auf das Training in Kraft- und Kampfsport und verdeutlicht, dass das Ziel nicht der sportliche Wettkampf, sondern das Erlangen von Gewaltkompetenzen ist. Diese Entwicklung ist alarmierend, insbesondere wenn man bedenkt, dass auch Schießsport für Rechtsextreme von Interesse ist, um den Umgang mit Waffen zu erlernen. Die AfD hat zudem sportpolitische Thesen veröffentlicht, die Sport als ausschließlich für Weiße inszenieren. Die Verflechtungen zwischen extrem rechten Ideologien und Sport sind komplex und erfordern eine kritische Auseinandersetzung. Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie hier klicken.