Das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist in den letzten Jahren immer wieder in den Fokus der medizinischen Forschung gerückt. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass RSV schwere Lungenentzündungen auslösen kann. Dies betrifft vor allem Säuglinge und ältere Menschen, die zu den Risikogruppen gehören. Dr. Florian Gottwald, Leiter der Abteilung Hygiene am InnKlinikum Mühldorf-Altötting, hebt hervor, dass RSV-Infektionen von leichten Atemwegserkrankungen bis zu schweren Lungenentzündungen reichen können, die eine intensivmedizinische Behandlung erfordern. Typischerweise treten Infektionswellen im Winter und Frühjahr auf, besonders ausgeprägt in den Monaten November, Dezember, März und April.

Vor der Einführung des Antikörpers Nirsevimab war RSV die Hauptursache für stationäre Behandlungen wegen Atemwegserkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Doch seit der Immunisierung mit Nirsevimab zeigt sich ein erfreulicher Trend: Im Jahr 2025 halbierte sich die Zahl der RSV-Nachweise im InnKlinikum im Vergleich zu 2024. Auch das Robert Koch-Institut meldet bundesweit einen Rückgang der RSV-Fälle um 54 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. Die Empfehlungen für die Impfung sind klar: Neugeborene sollten vor ihrer ersten RSV-Saison mit Nirsevimab immunisiert werden. Erwachsene zwischen 60 und 74 Jahren mit schweren chronischen Erkrankungen sollten sich einmalig impfen lassen, während die Impfung ab 75 Jahren für alle empfohlen wird, unabhängig von Vorerkrankungen.

Impfstoffe und Impfempfehlungen

Die verfügbaren Impfstoffe gegen RSV sind sowohl proteinbasiert als auch mRNA-basiert. Unter den proteinbasierten Impfstoffen finden sich Arexvy und Abrysvo, während mResvia als mRNA-basiertes Produkt zur Verfügung steht. Die Europäische Arzneimittelkommission hat diese Impfstoffe für Erwachsene ab 60 Jahren zugelassen. Die STIKO empfiehlt, die RSV-Impfung im September oder Anfang Oktober durchzuführen, um optimalen Schutz während der RSV-Saison von Oktober bis März zu gewährleisten. Die Impfung erfolgt als Einmaldosis und kann gleichzeitig mit der saisonalen Influenza-Impfung durchgeführt werden.

Es gibt jedoch Unklarheiten bezüglich möglicher Auffrischimpfungen, die von der STIKO basierend auf der aktuellen Datenlage noch nicht abschließend geklärt sind. Die Impfempfehlung für Erwachsene ab 75 Jahren ist eine Standardimpfung, während zwischen 60 und 74 Jahren eine Indikationsimpfung für Personen mit schweren Grunderkrankungen oder in Pflegeeinrichtungen empfohlen wird. Zu den Grunderkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren RSV-Krankheitsverlauf mit sich bringen, zählen unter anderem chronische Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus mit Komplikationen.

Neueste Entwicklungen und Empfehlungen

Eine Zusammenarbeit führender medizinischer Gesellschaften hat ein Positionspapier zu RSV-Impfstrategien für Hochrisikopatienten veröffentlicht. Diese Veröffentlichung, die im Jahr 2024 erschien, bietet wertvolle Einblicke in die Impfstrategien und deren Bedeutung zur Bekämpfung von RSV-Infektionen. Auch der Berufsverband der Frauenärzte e. V. empfiehlt, während der Schwangerschaft eine RSV-Impfung durchzuführen, um das Risiko für Neugeborene zu senken. Informationen hierzu sind auf der Website der Frauenärzte im Netz verfügbar.

Darüber hinaus wurde von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung eine Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie für die RSV-Impfung bei Erwachsenen in Prüfung genommen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet umfassende Informationen zu den Unterschieden zwischen aktiver und passiver Immunisierung an. Auch das Robert Koch-Institut stellt Ratgeber zu RSV-Infektionen zur Verfügung, um die Bevölkerung über die Gefahren und Schutzmöglichkeiten zu informieren.

Mehr über die neuesten Entwicklungen zur RSV-Impfung erfahren Sie in den detaillierten Berichten des Innsalzach24, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und weiteren Quellen. Bleiben Sie informiert und schützen Sie sich und Ihre Lieben vor RSV!