Im Landkreis Mühldorf am Inn hat das Kiebitz-Schutzprojekt ein Rekordergebnis erzielt. In der Brutzeit 2025 konnten 56 Brutpaare erfolgreich nisten, was die Bedeutung dieses Projekts unterstreicht. Die Projektleiterin Esther Lindner eröffnete die Auftaktveranstaltung in Mettenheim, zu der zahlreiche Vertreter von Organisationen wie dem Landschaftspflegeverband (LPV), dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV), dem Bayerischen Bauernverband, der Wildland-Stiftung und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) erschienen. Dieses Projekt, das seit zehn Jahren besteht, wurde ursprünglich von Elisabeth Herold, Daniela Kiermeier und Ingrid Schubert ins Leben gerufen. Der LPV-Mühldorf übernahm 2020 die Leitung und Koordination des Projekts, das zu 90% aus Mitteln des Freistaates Bayern gefördert wird.
Die Brutzeit 2025 begann am 22. März und endete am 15. Juni, was mit 86 Tagen die kürzeste Brutsaison darstellt. Insgesamt leisteten 17 Helfer 503 Stunden Arbeit und legten dabei 3066 Kilometer zurück. In diesem Jahr wurden 71 Kiebitz-Gelege markiert und betreut, wobei 49 Gelege einen Schlupferfolg von beeindruckenden 69% verzeichnen konnten. Besonders hervorzuheben sind die Schutzzäune, die als entscheidende Maßnahme für den Bruterfolg identifiziert wurden. Es gab auch einige besondere Vorkommnisse, wie Gelege mit fünf Eiern und einige mit nur einem Ei, das nicht bebrütet wurde. Acht Küken im Brutgebiet Gaymoos wurden beringt, und interessante Rückmeldungen kamen von zwei beringten Kiebitzen: Einer wurde 338 Tage später 13 km entfernt gesichtet, während ein anderer in Spanien erschossen wurde. Der Erfolg des Projekts ist vor allem auf die umfangreichen Schutzmaßnahmen und das Engagement der ehrenamtlichen Helfer zurückzuführen. Weitere Informationen zu diesem erfolgreichen Kiebitz-Schutzprojekt finden Sie in einem Artikel auf Innsalzach24.
Vernetzung im Kiebitzschutz
Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Vernetzung der Akteure im Kiebitzschutz, um den Wissenstransfer zu verbessern. Geplante Maßnahmen umfassen eine regionale Abstimmung mit Kiebitzschutz-Akteuren in Schwerpunktgebieten sowie den Ausbau eines moderierten Online-Forums für den Austausch von Erfahrungen. Vor Ort sollen Informationsveranstaltungen und Workshops durchgeführt werden, die sich an einen breiten Kreis von Interessierten richten. Eine enge Zusammenarbeit mit Vertretern der Landwirtschaft, Natur- und Landschaftspflegeverbänden, Behörden und der Jägerschaft ist dabei unerlässlich.
Ein besonderer Fokus liegt darauf, die Bedürfnisse der Interessensgruppen zu berücksichtigen und die Kommunikation zwischen den Akteuren zu verbessern. Ziel ist es, dass Landwirt*innen stolz auf den Schutz „ihrer“ Kiebitze sind, ohne finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen. Für Fragen steht Jan Skorupa vom LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern zur Verfügung, erreichbar unter jan.skorupa@lbv.de. Weitere Details sind auf der Webseite des LBV zu finden: LBV.
Der Kiebitz und seine Herausforderungen
Der Kiebitz, ein charakteristischer Vogel der Wiesen und Felder, hat in Deutschland mit einem dramatischen Bestandsrückgang zu kämpfen. Die Gründung der AG Kiebitzschutz des NABU am 9. Februar 2019 in Münster ist ein Beispiel für die kollektiven Anstrengungen, die unternommen werden, um die Kiebitzbestände zu erhalten. Diese Arbeitsgemeinschaft vereint lokale Initiativen, die sich für den Erhalt der Kiebitzpopulationen in Deutschland einsetzen.
Das Projekt „Sympathieträger Kiebitz“ wird seit 2014 vom Michael-Otto-Institut im NABU in Zusammenarbeit mit Partnern im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durchgeführt. Dabei werden Kiebitz-Schutzmaßnahmen im Ackerland entwickelt und erprobt. Der Fokus der AG Kiebitzschutz liegt auf lokalen und regionalen Aktivitäten, um ein bundesweites Kiebitzschutz-Netzwerk zu schaffen. Die Koordination erfolgt durch das Michael-Otto-Institut im NABU mit dem Ziel, Fachwissen auszutauschen und einheitliche Standards zur Ermittlung von Reproduktionserfolgen zu schaffen. Öffentlichkeitsarbeit ist ebenfalls ein zentraler Bestandteil dieser Initiative. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des NABU: NABU.



