In Polling wurde kürzlich die neue Hirschbachbrücke feierlich eingeweiht, nachdem sie insgesamt 13 Monate Bauzeit in Anspruch genommen hatte. Mit Kosten von rund 1,7 Millionen Euro zählt dieses Projekt zu den größeren Straßen- und Brückenbauvorhaben im Landkreis Mühldorf a. Inn der letzten fünf Jahre. Landrat Max Heimerl lobte die Brücke als ein Zeichen für Fortschritt und Sicherheit und wies darauf hin, dass der Freistaat Bayern den Neubau mit 645.000 Euro aus dem Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz gefördert hat. Der alte Bau wies erhebliche Schäden auf, weshalb die umfassende Erneuerung notwendig war. Die neue Konstruktion erfüllt die modernen Anforderungen an Zweckmäßigkeit, Robustheit und Dauerhaftigkeit, wobei besondere Herausforderungen durch die Nähe zu Bestandsbauten bewältigt wurden. Für die Anwohner gab es jedoch während der Bauphase Lärmbelastungen, über die man sich verständlicherweise aufregte.

Die Brücke, die die Kreisstraße MÜ11 über den Hirschbach führt, ist nicht nur ein technisches Meisterwerk mit einer Länge von 61 Metern und Stützweiten zwischen 4,10 und 5,0 Metern, sondern soll auch den Verkehrsfluss von rund 3.000 Fahrzeugen täglich ermöglichen. Besonders bemerkenswert ist, dass die alten Gründungen und Unterbauten erhalten blieben, was umweltfreundlich ist und dennoch präzise Bauarbeiten erforderte.

Ängste der Anwohner

Dennoch gibt es unter den Anwohnern in Polling große Sorgen bezüglich der Hochwassergefahr. Zweiter Bürgermeister Andreas Maierhofer äußerte diese Bedenken, die vor allem durch Erinnerungen an Hochwasserereignisse in der Vergangenheit, wie in den Jahren 1991 und 1954, verstärkt werden. Die neue Brücke weist einen schmaleren Durchlass auf als die alte, was bei vielen Menschen Besorgnis auslöst.

Das Landratsamt hat jedoch erklärt, dass die lichte Höhe der neuen Brücke erhöht wurde und das Sohlgefälle verbessert wurde, um eine ausreichende Kapazität für Hochwasserereignisse zu garantieren. Diese neue Konstruktion ist darauf ausgelegt, Hochwasserereignisse von bis zu einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ100) zu bewältigen. Fragen der Verstopfung durch Treibgut wurden ebenfalls thematisiert, doch auch diesbezüglich gab es Entwarnung: Die neue Konstruktion soll weniger anfällig für derartige Probleme sein.

Hochwasserschutz im Fokus

In Bezug auf den Hochwasserschutz ist die neue Brücke Teil eines größeren Trends in Bayern. Laut einer Analyse von BR Data wird in vielen Überschwemmungsgebieten, obwohl das Hochwasser-Risiko steigt, weiterhin gebaut und nachverdichtet. Besonders betroffen sind die Landkreise Fürstenfeldbruck, Rottal-Inn und Straubing-Bogen, wo mehr als 200 Ausnahmegenehmigungen für Bauvorhaben in Überschwemmungsgebieten erteilt wurden. Oft wird dies durch den Klimawandel und häufigere Starkregenereignisse bedingt, weshalb Communities und Bauherren neue Strategien für den Hochwasserschutz entwickeln müssen.

Die Sorgen um Hochwasser sind also nicht unbegründet und zeigen, dass das Thema nicht nur lokal, sondern auch im größeren Kontext von Bauen und Umwelt in Bayern eine Rolle spielt. Die neue Hirschbachbrücke in Polling ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch die Gemeinde wird auch weiterhin wachsam sein müssen, um den Anwohnern größtmögliche Sicherheit zu bieten.

Mehr Informationen zur Einweihung und den Details des Brückenprojekts finden Interessierte beispielsweise bei Innsalzach24 oder Digitale Dörfer Bayern. Darüber hinaus gibt es umfassende Entwicklungen im Bereich Hochwasserschutz in Bayern, die auf BR nachzulesen sind.