Im Landkreis Miesbach ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2025 zwar leicht gesunken, doch die Verletztenzahlen sprechen eine andere Sprache: Fast 700 Menschen erlitten Verletzungen bei Unfällen, was einen Anstieg von knapp 11 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dieses besorgniserregende Ergebnis steht im Kontrast zu der insgesamt gesunkenen Zahl der Verkehrsunfälle, die um 0,5 % auf 2.917 zurückgegangen ist, wie [Merkur] berichtet.
Ein Blick auf die Gesamtstatistik für den Straßenverkehr zeigt, dass im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd 69 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben verloren – das ist der niedrigste Stand in den letzten fünf Jahren. Im Vergleich zu 2024 gab es 11 weniger Verkehrstote. Das ist erfreulich, dennoch bleibt die Sicherheit auf den Straßen eine große Herausforderung.
Hauptursachen für Unfälle
Ein immer wiederkehrendes Problem bleibt das Rasen, das eine der Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle darstellt. Immerhin jeder vierte Todesfall im Jahr 2025 war darauf zurückzuführen. Darüber hinaus tragen Alkohol- und Drogenmissbrauch am Steuer zur Gefährdung im Straßenverkehr bei. Unnachgiebig steigt auch die Zahl der alkoholisierten Fahrer, die auf 1.674 (Vorjahr: 1.598) gestiegen ist, während die Drogenfahrer bei 947 liegen – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, wie [Destatis] detailliert analysiert.
Besonders tragisch ist die Entwicklung bei den Radfahrern: Während die Zahl der getöteten Fußgänger von 10 auf 4 zurückging, starben 16 Radfahrer bei Unfällen, darunter acht Pedelec-Nutzer. Dies zeigt, wie bedeutend das Augenmerk auf die Sicherheit von Zweiradfahrern gelegt werden muss, denn auch E-Bikes und E-Scooter sind zunehmend in Unfälle verwickelt.
Maßnahmen zur Verkehrssicherheit
Die Polizei setzt weiterhin auf Präventionsmaßnahmen. Im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramms „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ werden umfangreiche Kontrollen und Informationskampagnen durchgeführt. Polizeivizepräsident Michael Siefener appelliert eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, die Gefahren im Straßenverkehr nicht zu unterschätzen. „Wir müssen alle gemeinsam Verantwortung übernehmen“, konstatiert er, und das ist sicher etwas, dem sich jeder von uns stellen sollte.
Im gesamten Bundesgebiet gab es im Jahr 2024 laut [Statista] etwa 2,5 Millionen Straßenverkehrsunfälle, obwohl die Zahl der Unfälle mit Personenschäden auf einem gleichbleibenden Niveau wie 1955 blieb. Dies zeigt, dass trotz Fortschritten bei der Verkehrssicherheit noch viel Luft nach oben bleibt. Dabei wird das Ziel „Vision Zero“, also keine Verkehrstoten bis 2050, von den Verkehrsministern der EU angestrebt. Dazu sind jedoch nicht nur infrastrukturelle Veränderungen nötig, sondern auch ein erhöhtes Bewusstsein der Bevölkerung.
In der Praxis lässt sich festhalten, dass trotz der insgesamt positiven Entwicklung bei den Verkehrstoten, die steigenden Zahlen bei den Verletzten und spezifischen Unfallursachen wie hoher Geschwindigkeit und unzureichender Fahreraufmerksamkeit klare Warnsignale sind. Unser aller Aufgabe ist es, das Sicherheitsbewusstsein im Straßenverkehr zu schärfen und gemeinsam für mehr Sicherheit zu sorgen.