Das Freibad in Miesbach, eines der ältesten im Raum, hat sich auf den Weg ins moderne Zeitalter gemacht. Wie Merkur berichtet, verläuft der Umbau planmäßig, und Bürgermeister Gerhard Braunmiller freut sich über Kosteneinsparungen in Höhe von über 52.000 Euro. Dieser Fortschritt gibt den Miesbachern Grund zur Hoffnung, dass ihr Freibad bald in neuem Glanz erstrahlen wird.
Der letzte Block der Umbauarbeiten, der zwischen Juli und Oktober vergeben wurde, umfasst zahlreiche Gewerke: Schlosser- und Malerarbeiten, die Sanierung des Flachdachs, die Folienauskleidung im Kinderbereich und die Gestaltung eines Sprayparks. Zudem werden ein Schwallbehälter, eine Trennwand, Schrankanlagen, eine Photovoltaikanlage und Außenanlagen in neuem Licht erstrahlen. Die Ausschreibung für diesen Block lag mit etwa 508.000 Euro fast 94.000 Euro unter der ursprünglichen Kostenberechnung.
Ein Freibad mit Tradition
Blickt man in die Geschichte, ist das Miesbacher Bad ein ganz besonderes Erbe. Bereits 1879 wurde im Sichtfeld des Miesbacher Anzeigers auf einen Rückgang der Sommerfrischler hingewiesen, als die Umgebungseen mehr und mehr in den Fokus rückten. 1885 begann ein Komitee mit der Planung für das Bad, das schließlich 1886 durch die Gründung eines Fördervereins gesichert wurde. Dieser Verein stellte die finanziellen Mittel bereit und blieb bis 1936 der Betreiber des Bades, bis es in die Hände der Stadt Miesbach überging, wie miesbach.de dokumentiert.
Die Miesbach-Gemeinde beschenkt sich durch den Umbau mit einem neuen Boulderbereich für Jugendliche, der direkt am Aufgang zur Terrasse errichtet wird. Die Kosten dafür, die sich auf knapp 40.000 Euro belaufen, übernehmen engagierte Sponsoren. Der Boulderbereich darf dabei nicht nur Freude bringen, sondern wird mit maximal drei Meter hohen Wänden und entsprechenden Fallschutzmaßnahmen ausgestattet. Ein echter Gewinn für die jungen Sportler.
Badevergnügen im Wandel der Zeit
Freibäder waren schon immer Orte des sozialen Miteinanders, der Erholung und des Sports. Die Idee öffentlicher Bäder hat ihre Wurzeln in der Antike, als die Römer große Thermen für das Volk errichteten. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Badekultur weiter, erfuhr aber auch Rückschläge, etwa im 16. Jahrhundert, als Baden als ungesund galt. Doch die Renaissance des Badens setzte mit der Aufklärung ein. Im 19. Jahrhundert wurden Freibäder schließlich zu Symbolen für soziale Teilhabe und Demokratisierung, wie Deutschlandfunk Kultur erläutert.
Heute sind Freibäder mehr denn je gefragt, jedoch steht gerade Miesbach vor Herausforderungen. Der Umbau wird bis Ende 2025 abgeschlossen sein, die Beckenfüllung ist für November 2025 geplant. Da im Jahr 2025 der Betrieb aufgrund dieser Umbaumaßnahmen nicht möglich ist, wird der Förderverein weiterhin gedrängt, die Attraktivität des Warmbades zu fördern und die Lobby für das Freibad zu stärken.
Mit einem engagierten Förderverein an der Seite und einer gut geplanten Umstrukturierung steht Miesbach also nicht nur vor einem Umbau des Freibades, sondern auch vor einer spannenden Zukunft für den Schwimm- und Freizeitbereich seiner Bürgerinnen und Bürger.